{"id":81,"date":"2016-10-15T21:31:52","date_gmt":"2016-10-15T19:31:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?p=81"},"modified":"2018-01-27T22:15:55","modified_gmt":"2018-01-27T21:15:55","slug":"6-erste-zugaenge-zur-arbeit-mit-den-karten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?p=81","title":{"rendered":"6. Erste Zug\u00e4nge zur Arbeit mit den Karten."},"content":{"rendered":"<p>Wenn wir nun akzeptieren, dass alles auf einer Tarotkarte mit uns selbst zu tun haben kann &#8211; sei es als das, was uns umgibt und beeinflusst, sei es ein Teil unserer Selbst und dass es zudem von Bedeutung f\u00fcr uns ist, was uns der Zufall da pr\u00e4sentiert &#8211; dann k\u00f6nnen wir anfangen, die Karten zu lesen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte zun\u00e4chst mit einzelnen Karten anfangen und die oft recht komplexen Wechselwirkungen f\u00fcr sp\u00e4ter aufschieben. Komplexe Legesysteme wie das &#8222;keltische Kreuz&#8220; verleiten gerne zu einer Banalisierung der Bedeutung der einzelnen Karten, weil ja bereits eine geh\u00f6rige Portion Komplexit\u00e4t durch das Legesystem selbst ins Spiel gebracht wird. Ich kenne kaum eine Fragestellung, f\u00fcr die nicht eine einzelne Karte aus dem Waite-Smith (oder einem vergleichbar komplexen) Tarot gen\u00fcgen w\u00fcrde, wenn man sich nur richtig mit ihr auseinandersetzt.<\/p>\n<p>Gehen wir also davon aus, dass wir uns eine einfache &#8222;Tageskarte&#8220; ziehen. Im Folgenden werde ich mich an den Waite-Smith-Karten orientieren, die hier beschriebenen Methoden funktionieren nat\u00fcrlich auch mit vielen anderen Decks (besonders mit den unz\u00e4hligen Waite-Smith-Klonen).<\/p>\n<p>Da liegt sie also.<\/p>\n<p>Was ist unser erster Eindruck? Ist die Karte fr\u00f6hlich, mystisch, bedr\u00fcckend, geheimnisvoll, sachlich, irgendwie merkw\u00fcrdig, lustig, positiv, unheimlich, kraftvoll, unbeschwert, starr, abstrakt, tr\u00f6stlich, ambivalent, niedlich, depressiv, weise, spannend, ersch\u00fctternd, nachdenklich, unklar? <strong>Beim ersten Eindruck sind noch keine Details relevant<\/strong>, es geht nur darum, wie die Karte ganz spontan auf uns wirkt.<\/p>\n<p>Wenn Sie sich etwas unsicher sind oder zum Vergessen \/ Verdr\u00e4ngen neigen: Schreiben Sie sich einfach das erste Adjektiv auf, dass Ihnen beim Anblick der Karte einf\u00e4llt.<\/p>\n<p><strong>Dann untersuchen Sie den Hintergrund.<\/strong> Welche Farbe hat der Himmel und der Boden, ist das eine W\u00fcste oder eine K\u00fcste am Meer, Scheint die Sonne oder der Monde oder andere Himmelsk\u00f6rper? Wie k\u00f6nnte man den symbolischen Charakter der Landschaft beschreiben? Waren Sie schon einmal in einer emotionalen W\u00fcste? In einer gedanklichen? Einer W\u00fcste der fehlenden Aufgaben? Wof\u00fcr stehen vereiste Gipfel? F\u00fcr emotionale K\u00e4lte? F\u00fcr intellektuelles &#8222;\u00dcberschreiten der Schneegrenze&#8220;? F\u00fcr den Gipfel dessen, was wir erreichen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p><strong>Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich in dieser Landschaft.<\/strong> Wie f\u00fchlen Sie sich dabei? Entspannt? Unsicher? Genie\u00dfen Sie es oder f\u00fchlen Sie sich dort eher unwohl? Beachten Sie dabei noch gar nicht die Figuren, ob Mensch,\u00a0Tier oder h\u00f6heres Wesen, sondern versuchen Sie sich rein auf die Landschaft zu konzentrieren und wie es Ihnen dabei geht.<\/p>\n<p>Gehen Sie dabei <strong>vom Gesamteindruck langsam weiter zu Details<\/strong>. Steht da vielleicht ein Baum (oder mehrere)? Andere Pflanzen? Wege? Wie sieht das Wetter aus, haben wir Wind, stehen Wolken am Himmel, usw.? Gibt es Gew\u00e4sser, wenn ja: ist das ein Meer, ein T\u00fcmpel, ein Fluss? Haben wir spiegelglattes Wasser oder &#8222;raue See&#8220;? (Oder sogar beides, wie links und rechts vom Boot der &#8222;6 Schwerter&#8220;?) Ist \u00fcberhaupt ein Boden zu sehen? Ist der Himmel zu sehen? Was macht das alles mit Ihnen? Sprechen Sie aus, was Sie f\u00fchlen oder machen Sie sich wieder Notizen, wenn das f\u00fcr Sie hilfreich ist.<\/p>\n<p>Ist Ihnen die Schnecke bei den 9 Scheiben aufgefallen?<\/p>\n<p>Die Schnecke ist ja bereits einer der &#8222;Akteure&#8220; in der Landschaft, das ist unser n\u00e4chstes Ziel: <strong>Welche Menschen, Tiere, Engel und andere Wesen befinden sich auf der Karte?<\/strong> Achten Sie auch auf die Anzahl &#8211; ist es nur eine Figur, sind es zwei, drei oder mehr? Wenn es mehr als eine ist, dann suchen Sie sich eine aus, die Sie spontan &#8222;anspricht&#8220;\u00a0(ansonsten gibt es ohnehin keine Wahl) und stellen Sie sich vor, dass Sie diese Figur sind. (Das kann \u00fcbrigens auch die Schnecke auf der Karte &#8222;9 Scheiben&#8220; sein!)<\/p>\n<p><strong>Achten Sie dabei zun\u00e4chst auf die K\u00f6rperhaltung<\/strong>: Was sagt sie aus? Nehmen Sie ruhig selbst ebenfalls diese K\u00f6rperhaltung ein, <strong>versuchen Sie dabei auch die Mimik (sofern erkennbar) zu imitieren<\/strong>. Wie f\u00fchlt sich das an? Erinnern Sie sich noch, wie Sie die Landschaft gesp\u00fcrt haben? Verbinden Sie jetzt beides: Sie sind diese Figur in dieser Landschaft.<\/p>\n<p>Wenn es weitere Figuren gibt: <strong>Findet da eine Interaktion zwischen Ihrer Figur und der\/den anderen statt?<\/strong> Ist die Interaktion noch in vollem Gange oder bereits vorbei? Oder k\u00f6nnen Sie erahnen, dass es hier noch eine Interaktion geben wird? Was passiert da? Ist das freundlich, liebevoll, feindselig, abwehrend, unterst\u00fctzend, usw. Wer macht was? Wie wird es nach der &#8222;Momentaufnahme&#8220; weitergehen, die die Karte zeigt?<\/p>\n<p>Und wieder: Sprechen Sie dar\u00fcber (wenn Sie z.B. mit Ihrem Partner\/Partnerin gemeinsam Karten ziehen), schreiben Sie die Ergebnisse auf. Das &#8222;Eintauchen&#8220; in die Szenerie und die Identifikation mit einer der Figuren ist der wichtigste erste Schritt f\u00fcr einen psychologischen Umgang mit den Karten. <strong>F\u00fcrs Erste haben wir auch noch keine konkreten &#8222;Fragen an die Karten&#8220; gestellt, wir wollen unsere hilfreichen Ratgeber erst einmal kennen lernen.<\/strong><\/p>\n<p>Als \u00dcbung k\u00f6nnen wir jeden Tag (oder auch morgens und abends) eine Karte zuf\u00e4llig ziehen und uns in der oben beschriebenen Weise mit ihr auseinandersetzen.<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Schritt werden wir noch etwas tiefer einsteigen und uns nicht nur mit einer einzelnen Figur identifizieren, wir werden uns sogar mit den scheinbar &#8222;unbelebten&#8220; Teilen der Karte identifizieren und feststellen, dass diese &#8222;<strong>multiplen Pers\u00f6nlichkeiten<\/strong>&#8220; die Komplexit\u00e4t, aber auch die Einsichts-M\u00f6glichkeiten deutlich steigern.<\/p>\n<p>Noch etwas sp\u00e4ter werden wir abw\u00e4gen, ob und welche &#8222;symbolischen&#8220; Ebenen der Karten wir mit einbeziehen m\u00f6chten. Und schlie\u00dflich k\u00f6nnen wir anfangen, mit mehr als nur einer einzelnen Karte zu arbeiten: Das ist dann nicht einfach eine lineare Steigerung der Komplexit\u00e4t, sondern wir beginnen unser Augenmerk auf die zahllosen Verbindungen und Querverweise zwischen den Karten zu legen.<\/p>\n<p><em>Alle Texte sind urheberrechtlich gesch\u00fctzt. Verbreitung (auch auszugsweise) nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.<\/em><\/p>\n<pre><em>Alle Abbildungen: Mit freundlicher Genehmigung des K\u00f6nigsfurt-Urania Verlages, Krummwisch, <\/em><em>\u00a9 K\u00f6nigsfurt-Urania Verlag, Krummwisch \/ Deutschland. <a href=\"http:\/\/www.koenigsfurt-urania.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.koenigsfurt-urania.com<\/a><\/em><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn wir nun akzeptieren, dass alles auf einer Tarotkarte mit uns selbst zu tun haben kann &#8211; sei es als das, was uns umgibt und beeinflusst, sei es ein Teil unserer Selbst und dass es zudem von Bedeutung f\u00fcr uns ist, was uns der Zufall da pr\u00e4sentiert &#8211; dann k\u00f6nnen wir anfangen, die Karten zu &hellip; <a href=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?p=81\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">6. 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