{"id":57,"date":"2016-10-08T17:57:00","date_gmt":"2016-10-08T15:57:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?p=57"},"modified":"2019-06-29T16:51:21","modified_gmt":"2019-06-29T14:51:21","slug":"3-warum-die-heldenreise-uns-nirgendwo-hin-fuehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?p=57","title":{"rendered":"3. Warum die &#8222;Heldenreise&#8220; uns nirgendwo hin f\u00fchrt."},"content":{"rendered":"<p>Das Thema &#8222;Heldenreise&#8220; zu kritisieren ist etwas heikel. Es gibt immerhin eine ganze Reihe von B\u00fcchern namhafter Tarot-Experten, die sich eben jener Heldenreise innerhalb der gro\u00dfen Arkanen angenommen haben. Hajo Banzhaf ist darunter, Elisabeth Haich oder Karen Hamaker-Zondag. Auch bei Rachel Pollack findet man einiges Interessantes dazu. Und h\u00f6chst wahrscheinlich ist die Heldenreise (oder die Reise der eigenen spirituellen Entwicklung) tats\u00e4chlich eine der Dimensionen, unter denen sich der Tarot betrachten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Der Held der Reise &#8211; der Narr &#8211; bewegt sich durch die 21 anderen gro\u00dfen Arkanen, bis er am Ende in der &#8222;Welt&#8220; aufgeht. Dazwischen lauern H\u00e4ngen, Tod und Teufel, aber auch hilfreiche Wegweiser wie der Eremit oder die M\u00e4\u00dfigung. Diese Helfer kommen nicht zwangsweise von au\u00dfen, sondern k\u00f6nnen durchaus auch f\u00fcr den Erwerb innerer Tugenden sein: Nimmt man zu Eremit und M\u00e4\u00dfigung noch die Gerechtigkeit und die Kraft dazu, hat man die vier klassischen Kardinaltugenden Gerechtigkeit, M\u00e4\u00dfigung, Tapferkeit (Kraft) und Weisheit (Eremit).<\/p>\n<p>Trotzdem glaube ich, dass diese Perspektive &#8211; wenigstens aus psychologischer Sicht &#8211; nicht besonders lohnend ist und im Gegenteil sogar so manche Probleme aufwirft.<\/p>\n<p>Ganz trivial ist zun\u00e4chst einmal das Problem der <strong>Makro- und der Mikro-Perspektive<\/strong>. Dieselben 22 Karten der gro\u00dfen Arkana, die f\u00fcr pr\u00e4gnante Stationen einer lebenslangen &#8222;Heldenreise&#8220; (einer spirituellen Entwicklung) stehen, nutze ich auch, um eine vergleichsweise\u00a0banale Tageskarte zu ziehen. Eigentlich sollte ich mich Jahre auf einer der 22 Stationen des Lebenswegs aufhalten, habe\u00a0aber munter gestern &#8222;Das Gericht&#8220; gezogen, heute bin ich wieder beim &#8222;Teufel&#8220; und morgen ziehe ich &#8222;Die Welt&#8220;.<\/p>\n<p>Das erzeugt dann erst einmal ein vages Gef\u00fchl, dass sich die Makro-Perspektive des\u00a0Lebenswegs und die Mikro-Perspektive der Tageskarte zumindest nicht auf demselben Niveau befinden und daher auch besser nicht verwechselt werden sollten. Das gestern gezogene &#8222;Gericht&#8220; kann ja schlichtweg nicht in vollem Umfang eine Lebensstation meinen. Diese Lebensstation\u00a0w\u00fcrde sich nie auf einen einzigen l\u00e4ppischen Tag beschr\u00e4nken &#8211;\u00a0nicht zuletzt aufgrund ihrer Bedeutung und der damit verbundenen Schwierigkeiten, sie zu meistern \u00a0und ihrer Auswirkungen auf unser gesamtes Leben. So etwas braucht doch ein ger\u00fctteltes Ma\u00df an &#8222;Anlauf&#8220; und wird danach meist noch eine ganze Weile &#8222;nachklappern&#8220;.<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Problem bezieht sich auf die <strong>Reihenfolge der Ereignisse, beziehungsweise der Lebensphasen<\/strong>. Sollte ein Entwicklungsprozess im Makro-Bereich (der sich also \u00fcber mindestens Jahre, wenn nicht Jahrzehnte \u00a0zieht) nicht halbwegs linear sein? Gewiss gibt es immer wieder R\u00fcckschritte, aber nur extrem selten Spr\u00fcnge ganz zur\u00fcck an den Anfang und dann wieder zum Ende (vielleicht sogar zehn Stufen dabei \u00fcberspringend!), sondern ich erobere mir meine n\u00e4chste Stufe, integriere sie dabei idealerweise in mein Selbst, falle vielleicht nochmal auf die aktuelle Stufe zur\u00fcck, aber im Gro\u00dfen und Ganzen bewege ich mich bei einer &#8222;Heldenreise&#8220; nicht im Zickzack-Kurs. Wir reden hier nicht \u00fcber komplizierte Beziehungskisten oder unkonventionelle berufliche Wege, sondern \u00fcber grunds\u00e4tzliche menschliche Reifungsprozesse. Wenn ich es gemeistert habe, &#8222;Tod&#8220; und &#8222;Teufel&#8220; hinter mir zu lassen, dann werde ich nicht als N\u00e4chstes nochmal als &#8222;Geh\u00e4ngter&#8220; alles anders betrachten m\u00fcssen, denn diesen Schritt sollte ich dann schon l\u00e4ngst integriert haben.<\/p>\n<p>Mir geht es nicht darum, die Vermutung &#8222;Tarot ist ein Spiegel der Heldenreise \/ des Lebenswegs&#8220; grunds\u00e4tzlich\u00a0in Frage zu stellen. Es scheint mir nur bei einer <strong>allt\u00e4glichen<\/strong> Benutzung des Tarots keine besonders nahe liegende Perspektive zur Deutung der Karten zu sein. Wir werden sp\u00e4ter noch sehen, dass unsere bunten Karten noch eine ganze Menge weiterer Perspektiven vertragen, die alle ihre Berechtigung haben, aber: Die Frage ist, wof\u00fcr w\u00e4hle ich was?<\/p>\n<p>Um nun doch noch einen Schritt weiter zu gehen: So gaaaanz schl\u00fcssig ist das mit der Heldenreise per se &#8211; auch unabh\u00e4ngig vom Br\u00fcckenschlag zur allt\u00e4glichen Tarot-Nutzung &#8211; leider ebenfalls nicht, wenn wir etwas n\u00e4her hinsehen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_448\" aria-describedby=\"caption-attachment-448\" style=\"width: 173px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/00-The-Fool-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-448 size-medium\" src=\"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/00-The-Fool-1-173x300.jpg\" alt=\"\" width=\"173\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/00-The-Fool-1-173x300.jpg 173w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/00-The-Fool-1-768x1331.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/00-The-Fool-1-591x1024.jpg 591w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/00-The-Fool-1.jpg 1182w\" sizes=\"auto, (max-width: 173px) 100vw, 173px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-448\" class=\"wp-caption-text\">Der Narr. Alle Abbildungen: Mit freundlicher Genehmigung des K\u00f6nigsfurt-Urania Verlages, Krummwisch, \u00a9 K\u00f6nigsfurt-Urania Verlag, Krummwisch \/ Deutschland. www.koenigsfurt-urania.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Fangen wir beim Narren an<\/strong>. In moderner Deutung ist das der &#8222;Held&#8220;, der &#8211; naiv wie Parzival &#8211; auf die Reise geht, um die 21 Stufen der menschlichen Entwicklung zu meistern. Deshalb erh\u00e4lt er auch keine Nummer sondern die Null, bzw. wird in alten Decks tats\u00e4chlich ohne eigene Nummer dargestellt. Bei Waite-Smith passt das auch sehr gut: Der Narr ist jung und h\u00fcbsch, eigentlich ganz gut gekleidet (wenn auch etwas zerfleddert durch die Reise), er scheint\u00a0die Abgr\u00fcnde um ihn herum nicht\u00a0zu sehen\u00a0und wird durch sein H\u00fcndchen vor gr\u00f6beren Fehltritten besch\u00fctzt. Ganz anders bei den \u00e4lteren Tarots von Oswald Wirth, beim Tarot de Marseille oder im Visconti-Sforza Tarot: Hier ist der Narr noch ein heruntergekommener Landstreicher, er ist m\u00f6glicherweise sogar geistig verwirrt. Das ihn in manchen Darstellungen begleitende Tier (Hund, Katze) besch\u00fctzt ihn nicht, sondern f\u00e4llt ihn an und bei\u00dft herzhaft in sein Bein. Zumindest ein paar leise Zweifel scheinen mir angebracht, ob der Narr der fr\u00fchen Tarot-Decks tats\u00e4chlich als &#8222;Held&#8220; einer Heldenreise gedacht war. Bewiesen ist mit solchen Zweifeln freilich noch nichts.<\/p>\n<figure id=\"attachment_449\" aria-describedby=\"caption-attachment-449\" style=\"width: 174px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/01-The-Magician-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-449 size-medium\" src=\"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/01-The-Magician-1-174x300.jpg\" alt=\"\" width=\"174\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/01-The-Magician-1-174x300.jpg 174w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/01-The-Magician-1-768x1324.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/01-The-Magician-1-594x1024.jpg 594w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/01-The-Magician-1.jpg 1188w\" sizes=\"auto, (max-width: 174px) 100vw, 174px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-449\" class=\"wp-caption-text\">Der Magier. Mit freundlicher Genehmigung des K\u00f6nigsfurt-Urania Verlages, Krummwisch, www.koenigsfurt-urania.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Nicht weniger problematisch ist\u00a0der Magier<\/strong>. Zumindest bei Waite-Smith war das f\u00fcr mich immer die kraftvollste Karte im ganzen Stapel. Was f\u00fcr eine K\u00f6rperhaltung! Eine Mischung aus l\u00e4ssig-entspannt, demonstrativ gegen\u00fcber uns als zuschauendem Publikum und gleichzeitig\u00a0bis zum Rand\u00a0mit\u00a0Energie aufgeladen, die zwischen den beiden Polen, die durch\u00a0seine H\u00e4nde aufgespannt werden, flie\u00dft. Beinahe wie einen Blitzableiter h\u00e4lt die rechte Hand den magischen Stab und leitet die Energie &#8222;von oben&#8220; durch den K\u00f6rper und die linke Hand &#8222;nach unten&#8220;. <strong>Wie oben, so unten<\/strong> ist eine der Kern-Lehren der Esoterik \u00fcberhaupt &#8211; und genau das demonstriert uns dieser Magier in vollendeter Weise. Vor sich auf dem Tisch liegen &#8211; ihm zu Diensten &#8211; alle vier &#8222;magischen Instrumente&#8220; (bzw. Elemente), die die Quintessenzen zu den 56 kleinen Arkanen darstellen. Worauf will ich hinaus? Na ja, dieser unglaublich kraftvolle und mit allen magischen M\u00e4chten ausgestattete Magier ist erst die allererste, kleinste und mickrigste Stufe von allen. An dieser Stelle m\u00f6chte ich also weitere ganz leichte Zweifel an der Story von der Heldenreise anmelden. Und nebenbei: Der Magier hat eine erhebliche Umdeutung durch Waite-Smith erfahren, wenn wir uns den Jahrmarktsgaukler auf dem Marseille- oder Visconti-Sforza Tarot betrachten.<\/p>\n<p><strong>Die Karten 1 bis 5 sind \u00fcberhaupt komisch.<\/strong><\/p>\n<p>Oft wird ja im Sinne der Heldenreise argumentiert, <strong>der Magier und die Hohepriesterin<\/strong> seien die &#8222;himmlischen&#8220;\/spirituellen Eltern, <strong>die Herrscherin und der Herrscher<\/strong> dagegen die &#8222;irdischen&#8220; Eltern des Helden [z.B. Banzhaf, &#8222;Tarot und der Lebensweg des Menschen&#8220;, Kailash, 2005]. Die Interpretation ist zweifellos m\u00f6glich, wirkt aber trotzdem irgendwie &#8222;bem\u00fcht&#8220;. Das Problem an dieser Interpretation ist: wir verschenken hier vier Karten f\u00fcr zwei omin\u00f6se Elternpaare, die aber abgesehen von ihrer Elternschaft keinerlei, wirklich keinerlei weiteren Beitrag zur Geschichte der Heldenreise leisten. Machen die irgendwas besonderes mit dem Helden, au\u00dfer als sie selbst da zu sein? Wie geht es dem Helden vor \/ nach diesen vier Karten? Warum kommen erst die spirituellen und dann die weltlichen Eltern? (Bei einer spirituellen Entwicklungsreise w\u00fcrde ich das eher anders herum erwarten.)<\/p>\n<p>Und wenn es gar nicht die Eltern sind? Dann haben doch ihre Themen &#8211; n\u00e4mlich die Beherrschung der magischen Kr\u00e4fte, spirituelles Geheimnis \/ Mystik, sch\u00f6pferisches Erzeugen von Neuem, Beherrschung von Strukturen (und jeweils noch einiges mehr) &#8211; nicht besonders viel auf den &#8222;Startpl\u00e4tzen&#8220; der Heldenreise verloren. Ganz im Gegenteil, man w\u00fcrde sie sogar eher gegen Ende der Reise erwarten! Und dann ist da noch Nummer 5! Passt\u00a0der <strong>Hierophant<\/strong>\u00a0denn nicht viel besser zur <strong>Hohepriesterin<\/strong>!? In fr\u00fcheren Tarots hie\u00dfen sie sogar <strong>&#8222;Papst&#8220; und &#8222;P\u00e4pstin&#8220;<\/strong>, zudem haben beide (bei Waite-Smith) ein S\u00e4ulen-Paar im Hintergrund, was aber wieder den Magier au\u00dfen vor l\u00e4sst und damit das sch\u00f6ne P\u00e4rchen-Spiel mit &#8222;himmlischen Eltern&#8220; \/ &#8222;irdischen Eltern&#8220; in Frage stellt.<\/p>\n<p>Zudem entdecken wir die <strong>Lemniskate<\/strong> (die liegende 8, die f\u00fcr die Unendlichkeit steht) nicht nur \u00fcber dem Kopf des <strong>Magiers, sondern (bei Waite-Smith) ebenso\u00a0bei der weiblichen Figur der St\u00e4rke<\/strong>. Sind das nicht viel eher zwei, die zusammen geh\u00f6ren?\u00a0Oder geh\u00f6ren gar <strong>der Magier und die Gerechtigkeit als Paar <\/strong>zusammen? Die Gerechtigkeit zeigt n\u00e4mlich &#8211; etwas verbr\u00e4mt durch die Gegenst\u00e4nde, die sie in den H\u00e4nden h\u00e4lt &#8211; <strong>die gleiche Hand-Symbolik<\/strong> &#8222;Wie oben so unten&#8220; (einer DER Grunds\u00e4tze der Esoterik) des Magiers! Wir haben also auch bei den beiden &#8222;Elternpaaren&#8220; zu Beginn der Heldenreise ganz leise Zweifel, ob das denn alles wirklich so eindeutig ist.<\/p>\n<p><strong>Und wenn wir ehrlich sind, stellt keine der 5 Karten einen echten &#8222;fr\u00fchen&#8220; Entwicklungsschritt dar.<\/strong><\/p>\n<p>Blicken wir doch mal ans andere Ende des Tunnels. Dort sitzt <strong>die Welt<\/strong>. Ist denn nicht das Aufgehen, die Aufl\u00f6sung des Individuums in der Welt das Ziel der Entwicklung? Aber ein wenig komisch ist die Karte ja doch: Bereits im Tarot de Marseille tanzt hier ein nahezu nacktes Fr\u00e4ulein in einem ovalen Kranze auf uns zu. Soso, da tanzt was Nacktes aus etwas Ovalem heraus, was k\u00f6nnte das nur sein? <em>Nein! Doch! Ooh!!<\/em> K\u00f6nnte hier eine Geburt gemeint sein? <strong>Passt die Geburt &#8211; falls sie denn gemeint sein sollte &#8211; denn nicht eher zum Anfang einer Heldenreise?<\/strong> Geht hier denn nicht die ganze Misere los mit unserer Suche nach Individuation, nach Spiritualit\u00e4t und nach dem, was die Welt im Innersten zusammenh\u00e4lt?<\/p>\n<p>Weitere Zweifel gef\u00e4llig? A. E. Waite hat bei seinem Tarot-Deck die <strong>traditionelle Reihenfolge der Karten ver\u00e4ndert<\/strong>. Aus der Nummer 8 &#8222;Gerechtigkeit&#8220; wurde die Nummer 11, und die zuvor dort befindliche &#8222;Kraft&#8220; wurde auf die 8 degradiert. Ist das denn im Sinne der Heldenreise egal? Zwischen den beiden Positionen liegen immerhin der Eremit und das Rad des Schicksals &#8211; im Sinne einer &#8222;Story&#8220; d\u00fcrften das durchaus kritische Stationen sein, f\u00fcr die es keineswegs egal sein kann, was vorher und was nachher passiert.<\/p>\n<p>Wenn wir noch etwas weiter in die Vergangenheit des Tarot blicken, dann gab es da noch ganz andere Anordnungen der Karten. In fr\u00fchen Tarots aus Ferrara beispielsweise war die Herrscherin die zweite Karte und die P\u00e4pstin (die heutige Hohepriesterin) befand sich auf Platz 4, unmittelbar vor ihrem m\u00e4nnlichen Pendant, dem Papst. In alten Tarots aus Bologna war nicht die Welt die letzte Karte der &#8222;Heldenreise&#8220;, sondern das Gericht.<\/p>\n<p>Um Missverst\u00e4ndnisse zu vermeiden: <strong>Nat\u00fcrlich kann man mit den 22 gro\u00dfen Arkanen eine Heldenreise erz\u00e4hlen.<\/strong> Aber man wird dabei auch auf mehr als nur eine Ungereimtheit sto\u00dfen, sobald die Reihenfolge der Stationen dieser Reise eine Rolle spielt. Dennoch m\u00f6chte ich gerade die Heldenreise zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt &#8211; mit etwas mehr R\u00fcstzeug im geschulterten Beutel des Narren &#8211; erneut aufgreifen.<\/p>\n<p><em>Alle Texte sind urheberrechtlich gesch\u00fctzt. Verbreitung (auch auszugsweise) nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.<\/em><\/p>\n<pre><em>Alle Abbildungen: Mit freundlicher Genehmigung des K\u00f6nigsfurt-Urania Verlages, Krummwisch, <\/em><em>\u00a9 K\u00f6nigsfurt-Urania Verlag, Krummwisch \/ Deutschland. <a href=\"http:\/\/www.koenigsfurt-urania.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.koenigsfurt-urania.com\/<\/a><\/em><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema &#8222;Heldenreise&#8220; zu kritisieren ist etwas heikel. Es gibt immerhin eine ganze Reihe von B\u00fcchern namhafter Tarot-Experten, die sich eben jener Heldenreise innerhalb der gro\u00dfen Arkanen angenommen haben. Hajo Banzhaf ist darunter, Elisabeth Haich oder Karen Hamaker-Zondag. Auch bei Rachel Pollack findet man einiges Interessantes dazu. 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