{"id":260,"date":"2018-02-23T17:38:08","date_gmt":"2018-02-23T16:38:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?p=260"},"modified":"2019-06-29T17:01:24","modified_gmt":"2019-06-29T15:01:24","slug":"karte-im-detail-die-sonne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?p=260","title":{"rendered":"Karte im Detail: Die Sonne"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_353\" aria-describedby=\"caption-attachment-353\" style=\"width: 173px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/19-The-Sun.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-353 size-medium\" src=\"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/19-The-Sun-173x300.jpg\" alt=\"\" width=\"173\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/19-The-Sun-173x300.jpg 173w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/19-The-Sun-768x1328.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/19-The-Sun-592x1024.jpg 592w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/19-The-Sun.jpg 1184w\" sizes=\"auto, (max-width: 173px) 100vw, 173px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-353\" class=\"wp-caption-text\">Alle Abbildungen: Mit freundlicher Genehmigung des K\u00f6nigsfurt-Urania Verlages, Krummwisch, \u00a9 K\u00f6nigsfurt-Urania Verlag, Krummwisch \/ Deutschland. www.koenigsfurt-urania.com<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Sonne, so wie sie von Pamela Colman Smith gezeichnet wurde, ist eine frappierende Darstellung des &#8222;<strong>Kind-Archetypus<\/strong>&#8222;, wie ihn C. G. Jung beschrieben hat [C. G. Jung: Zur Psychologie des Kindarchetypus, 1940 in Edition C. G. Jung Bd. 9\/I]. Die Sonne selbst, generell runde Symbole, z.B. die Sonnenblumen im Hintergrund geh\u00f6ren ebenso zu diesem Archetypus wie auch die Unterst\u00fctzung durch <strong>ein hilfreiches Tier<\/strong>. \u00dcberhaupt Tiere: Der Tarot von Pamela Colman Smith und Arthur Edward Waite <strong>wimmelt<\/strong> ja im Grunde <strong>von Tieren<\/strong>: Fische, V\u00f6gel, jede Menge Pferde, Schlangen, eine Katze, ein Krebs, eine Schnecke, ein Wolf, ein paar Fabelwesen\u00a0und nat\u00fcrlich einige Hunde. Bevor wir in die \u00fcbliche Analyse von Szenerie und Akteuren auf der &#8222;B\u00fchne&#8220; der Karte einsteigen, m\u00f6chte ich den Kind-Archetypus noch etwas vertiefen (oder auch vertiefenpsychologisieren, wenn man so will).<\/p>\n<p><strong>Ein kurzer Ausflug in die Tiefenpsychologie von C. G. Jung.<\/strong><\/p>\n<p>Im Sinne eines Kind-Archetypus sollten wir etwas n\u00e4her auf eine der ber\u00fchmtesten &#8222;Kind&#8220;-Geschichten \u00fcberhaupt einzugehen &#8211;\u00a0gemeint ist nat\u00fcrlich das <strong>Christkind<\/strong> und die ganze darauf folgende h\u00f6chst dramatische Entwicklung von Christus als Erl\u00f6ser bis zum Opfertod am Kreuz und weiter. Der Beginn dieser Geschichte allerdings liegt in einer <strong>Krippe, neben der wir Ochs und Esel als hilfreiche Tiere<\/strong> finden. Die Natur selbst scheint das kostbare Kind zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Das Wesen des Kind-Archetypus geh\u00f6rt allerdings zu den &#8222;schwierigeren&#8220; Archetypen, die man bei C. G. Jung finden kann, es wird schon einigerma\u00dfen mystisch: Der <strong>Ursprung des Kindes<\/strong> liegt im leidvollen <strong>Konflikt einer Dualit\u00e4t<\/strong> (n\u00e4mlich zwischen dem entwicklungsgeschichtlich vergleichsweise jungen Bewusstsein und dem uralten Unbewussten). Daraus\u00a0schafft unser Unbewusstes etwas Drittes, Irrationales &#8211; und das ist das Kind mit der wundersamen Geburt. Der Legende nach ist \u00fcbrigens die Geburt <strong>Gautama Buddhas<\/strong> nicht weniger wundersam als die von <strong>Jesus Christus<\/strong>.<\/p>\n<p>Wir finden zun\u00e4chst ein gef\u00e4hrdetes (und in anderen Mythen sogar verlassenes) Kind. Es steht <strong>zwischen dem Unbewussten<\/strong>, das unser (aus der Entwicklungsgeschichte noch ziemlich junges) Ich wieder in seine Nacht zu verschlingen droht <strong>und dem Bewusstsein<\/strong> (f\u00fcr das es \u00fcbrigens nur Dualit\u00e4t &#8211; schwarz und wei\u00df &#8211; gibt). Das Kind aber ist aufgrund seiner Zwischenstellung ein &#8222;Drittes&#8220;, noch dazu entstanden aus dem Unbewussten,\u00a0und damit\u00a0f\u00fcr das Bewusstsein dann ganz und gar irrational und bedrohlich.<\/p>\n<p>Das Kind h\u00e4lt dabei wacker sein Banner hoch, denn seine Aufgabe ist die des <strong>Kulturbringers<\/strong>, f\u00fcr das das <strong>lodernde &#8222;Feuer&#8220; des roten Banners<\/strong> (und der roten Feder) ein archaisches Symbol ist. Das Bewusstsein muss sich weiter entwickeln und wir sollten dabei in gewisser Weise wieder wie die Kinder werden.<\/p>\n<p>Ganz schon abgefahren, oder?<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise ist diese tiefenpsychologische Sicht arg weit hergeholt. Kein Beweis, aber ein gewisser Hinweis auf das archetypische Geschehen im Hintergrund mag allerdings sein, dass die <strong>Szenerie der Karte<\/strong> bei spontaner Betrachtung auf uns <strong>ganz \u00fcberraschend &#8222;normal&#8220; wirkt<\/strong>: Immerhin sitzt da ein <strong>Kleinstkind nackt mit einem riesigen Banner auf einem Pferd vor einer ins gigantische vergr\u00f6\u00dferten Sonne<\/strong>. Ja aber hallo, geht&#8217;s denn noch? Wie w\u00fcrden Sie reagieren, wenn Sie so etwas in Ihrem Garten vor dem Sonnenblumen-Beet sehen w\u00fcrden? Ich zumindest w\u00fcrde vermutlich panisch Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei und Jugendamt verst\u00e4ndigen und zusehen, dass dem armen Kind nichts passiert.<\/p>\n<p>Stattdessen wirkt die Karte sehr fr\u00f6hlich und optimistisch auf uns. Also ist es <strong>Pamela Colman Smith mal wieder gelungen<\/strong>, tiefere Schichten in uns ohne Umweg \u00fcber unseren unzuverl\u00e4ssigen Verstand anzusprechen. Und wir scheinen spontan zu verstehen, dass das alles seine Richtigkeit hat. Was f\u00fcr eine bemerkenswerte K\u00fcnstlerin! An ihrem Tarot hat sie leider nur l\u00e4cherlich wenig verdient, und am Ende ist sie verschuldet und arm gestorben. Dabei hat sie\u00a0DEN Tarot geschaffen, den nun wirklich\u00a0JEDER kennt und der zudem Vorbild f\u00fcr zahllose mehr oder (fast immer) weniger inspirierte Klone war.<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck zu unserer Karte. <strong>Was sehen wir auf der &#8222;B\u00fchne&#8220; dieser Karte?<\/strong><\/p>\n<p>Ein blauer, wolkenloser Himmel mit einer \u00fcbergro\u00dfen Sonne, darunter eine graue Mauer hinter der einige Sonnenblumen bl\u00fchen, der Boden ist nicht zu sehen. Im Vergleich zu vielen anderen Karten wirkt die Szenerie relativ &#8222;flach&#8220; und <strong>wenig r\u00e4umlich gestaltet<\/strong>. Die Sonne tr\u00e4gt ein Gesicht mit neutraler Mimik und sendet 11 gerade sowie 10 gewellte Strahlen aus. Und dann gibt es noch einen &#8222;verungl\u00fcckten&#8220; halben gewellten Strahl, der aber offensichtlich nicht mehr komplett rechts neben die &#8222;XIX&#8220; gepasst hat. Katz und Goodwin nennen ihn die &#8222;<strong>OSL<\/strong>&#8220; &#8211; die &#8222;Oh Sh** Line&#8220; [Marcus Katz, Tali Goodwin: Secrets of the Waite-Smith Tarot, Llewellyn, 2015].<\/p>\n<p>Die 21 (oder doch 22?) Sonnenstrahlen erinnern uns an die <strong>Anzahl der gro\u00dfen Arkanen<\/strong>: Mit dem Narren (Null) sind es 22, ohne ihn 21. So ist das neunzehnte Arkanum so etwas wie die vorweg genommene Vollendung: <strong>Nach mir kommt nichts Entscheidendes mehr<\/strong>, ich enthalte bereits die Quintessenz der gro\u00dfen Arkanen. (Tats\u00e4chlich tun sich insbesondere die Anh\u00e4nger der Theorie der &#8222;Heldenreise&#8220; in den gro\u00dfen Arkanen regelm\u00e4\u00dfig schwer, f\u00fcr die beiden noch folgenden Karten einen auch nur halbwegs glaubhaften &#8222;Plot&#8220; zu bestimmen &#8211; <strong>nach der Sonne passiert eigentlich nichts wirklich Neues<\/strong> mehr.)<\/p>\n<p>Vor der Mauer befindet sich ein helles Pferd, auf dem ohne Sattel ein nacktes Kind sitzt &#8211; mit ausgebreiteten Armen und mit einem langen roten Banner in seiner linken Hand. Das Kind tr\u00e4gt eine Rote Feder auf dem Kopf, sowie einen Blumenkranz mit 6 &#8222;Mini-Sonnenblumen&#8220; im blonden Haar. Ob das Kind ein M\u00e4dchen oder ein Junge ist, k\u00f6nnen wir\u00a0nicht erkennen. Auch das\u00a0passt\u00a0wieder zum eher hermaphroditischen Charakter des oben besprochenen Kind-Archetypus.<\/p>\n<p>Die Karte gibt zun\u00e4chst eine Menge R\u00e4tsel auf, denn so <strong>weit weg von fr\u00fcheren Tarots<\/strong> (wie dem Tarot de Marseille, aber auch noch dem Tarot von Oswald Wirth) haben sich Smith und Waite eigentlich nur noch bei den Liebenden gewagt. Die Sonnenblumen sind dabei noch ein recht nahe liegendes Symbol f\u00fcr die Sonne, aber warum wurden die <strong>urspr\u00fcnglich zwei Kinder<\/strong> durch ein einzelnes ersetzt? Und was soll das <strong>Pferd<\/strong>? Das <strong>rote Banner<\/strong>? Die <strong>rote Feder<\/strong>?<\/p>\n<p><strong>Die rote Feder.<\/strong><\/p>\n<p>Eine <strong>rote Feder<\/strong> finden wir in den gro\u00dfen Arkanen noch beim <strong>Tod<\/strong> (die\u00a0in den meisten Tarotb\u00fcchern auch gleich\u00a0als Partnerkarte der Sonne genannt wird), aber auch beim <strong>Narren<\/strong> (was, wie wir etwas sp\u00e4ter sehen werden, noch eine weit interessantere Parallele\u00a0ist). Bei den kleinen Arkanen finden wir \u00fcberhaupt keine roten Federn, daf\u00fcr aber bei einigen Hofkarten: Der <strong>Ritter der Schwerter<\/strong>, der <strong>Bube der St\u00e4be<\/strong> und der <strong>Ritter der St\u00e4be<\/strong> tragen ebenfalls rote Federn als Kopfschmuck.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-260 gallery-columns-3 gallery-size-medium'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?attachment_id=357'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"173\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/19-The-Sun-Ausschnitt-Feder-173x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-357\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/19-The-Sun-Ausschnitt-Feder-173x300.jpg 173w, 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href='https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?attachment_id=360'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"173\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/W12-Knight-of-Wands-Ausschnitt-Feder-173x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-360\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/W12-Knight-of-Wands-Ausschnitt-Feder-173x300.jpg 173w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/W12-Knight-of-Wands-Ausschnitt-Feder-768x1328.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/W12-Knight-of-Wands-Ausschnitt-Feder-592x1024.jpg 592w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/W12-Knight-of-Wands-Ausschnitt-Feder.jpg 1184w\" sizes=\"auto, (max-width: 173px) 100vw, 173px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-360'>\n\t\t\t\tRitter der St\u00e4be: Feder\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?attachment_id=358'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"173\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/S12-Knight-of-Swords-Ausschnitt-Feder-173x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-358\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/S12-Knight-of-Swords-Ausschnitt-Feder-173x300.jpg 173w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/S12-Knight-of-Swords-Ausschnitt-Feder-768x1328.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/S12-Knight-of-Swords-Ausschnitt-Feder-592x1024.jpg 592w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/S12-Knight-of-Swords-Ausschnitt-Feder.jpg 1184w\" sizes=\"auto, (max-width: 173px) 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Es f\u00e4llt zun\u00e4chst auf, dass <strong>s\u00e4mtliche Federn im Tarot von Smith und Waite rot sind<\/strong> &#8211; wie auch das Banner, welches das Kind auf der Karte &#8222;Die Sonne&#8220; tr\u00e4gt. Damit sehen die Federn, die sich ja auch leicht im Wind bewegen k\u00f6nnen, alle ein wenig <strong>wie Flammen<\/strong> aus und k\u00f6nnten <strong>auf das Element Feuer weisen<\/strong>. Daneben sind die Federn aber auch aufgrund ihrer &#8222;Feder&#8220;-Leichtigkeit ein <strong>Symbol des Elements Luft<\/strong>. Die alten \u00c4gypter lie\u00dfen nach ihrem Tod ihre Herzen von der G\u00f6ttin Maat gegen eine Feder aufwiegen &#8211; nur wenn das <strong>Herz gerecht und wahr <\/strong>war, <strong>wog es weniger als die Feder<\/strong> und der Verstorbene konnte ins friedvolle Jenseits eintreten. Maat selbst trug \u00fcbrigens eine Strau\u00dfenfeder auf dem Kopf.<\/p>\n<p>Sehen wir uns die Form der Feder an: <strong>aufrecht<\/strong> bei der <strong>Sonne<\/strong>, schlaff <strong>herab h\u00e4ngend<\/strong> beim <strong>Tod<\/strong> und <strong>waagrecht<\/strong> &#8211; also sozusagen in ausgewogener, aber beschwingter Mittelposition &#8211;\u00a0beim <strong>Narren<\/strong>. Ein \u00e4hnliches &#8222;Muster&#8220; k\u00f6nnen wir bei den drei Hofkarten mit roter Feder erkennen.<\/p>\n<p>Zuviel Aufmerksamkeit f\u00fcr so ein kleines Detail? Vielleicht. Andererseits ist die \u00fcberdimensionierte <strong>Doppelung der Feder durch das rote Banner<\/strong> in der Hand des Kindes schon ein mehr als deutliches Zeichen (eher ein winkender Zaunpfahl), dass es sich um eines der wichtigeren Symbole auf dieser Karte handelt.<\/p>\n<p>Mit dem <strong>Tod<\/strong> verbindet die Sonne nat\u00fcrlich noch das <strong>Pferd<\/strong> und das Tragen einer <strong>Flagge<\/strong>, bzw. eines Banners. Keine dieser &#8222;Requisiten&#8220; existiert \u00fcbrigens im Tarot de Marseille, weder beim Tod noch bei der Sonne. Aber auch mit dem Narren gibt es noch eine weitere Gemeinsamkeit: Die ausgebreitete <strong>Haltung der H\u00e4nde<\/strong> von <strong>Kind und Narr<\/strong> ist sehr \u00e4hnlich. Der Narr hat zudem mit <strong>seinem Hund ebenfalls ein hilfreiches Tier<\/strong> an seiner Seite. Es scheint fast, als w\u00e4re er das \u00e4lter gewordene Kind aus der &#8222;Sonne&#8220;, das nun auf eigenen F\u00fc\u00dfen stehen kann und dessen tierischer Begleiter deshalb etwas kleiner sein darf.<\/p>\n<p><strong>Hinter Mauern.<\/strong><\/p>\n<p>Interessanterweise findet man im gesamten Tarot von Smith und Waite <strong>keine einzige weitere Mauer<\/strong> wie bei der Sonne. Und das ist erstaunlich, denn als erfahrene Theaterfrau war Pamela Colman Smith daran gew\u00f6hnt, ihre Requisiten beizeiten in anderen Szenen zu recyceln. Zahllose so entstandene Parallelen zwischen den Karten belegen das. Es scheint also, <strong>dass die Mauer ganz substanziell<\/strong> f\u00fcr die Karte &#8222;Die Sonne&#8220; ist.<\/p>\n<p>Andererseits, Requisiten werden auch im Theater oft \u00fcbermalt &#8211;\u00a0in diesem Fall m\u00fcssen wir vielleicht nur mit etwas mehr Phantasie suchen? Bei den gro\u00dfen Arkanen fallen mir die <strong>Hohepriesterin und Gerechtigkeit<\/strong> ins Auge: An Stelle einer <strong>Mauer<\/strong> finden wir <strong>bei ihnen Vorh\u00e4nge<\/strong>. Bei den kleinen Arkanen ist es die <strong>Hecke beim As der M\u00fcnzen<\/strong>, heckenartige <strong>Weinst\u00f6cke bei der 9 der M\u00fcnzen<\/strong> und schlie\u00dflich das den Rest der Welt abschottende bodenlange <strong>Tischtuch bei der 9 der Kelche<\/strong>.<\/p>\n<p>Ganz banal kann eine Mauer bedeuten: Das Kind auf dem Pferd ist eingesperrt. Armes Kind. Vielleicht hat es eine symbolische oder reale Grenze \u00fcberschritten? Oder es befindet sich in einem vor der Au\u00dfenwelt gesch\u00fctzten Raum?<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise ist es aber auch ausgesperrt (oder getrennt) von all dem, was hinter der Mauer liegt. Und da k\u00f6nnte eine ganze Menge liegen. Wir werden das nachher noch n\u00e4her betrachten.<\/p>\n<p><strong>Gerade und krumme Sonnenstrahlen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Sonne sendet 11 gerade Strahlen aus. Und 10 &#8222;krumme&#8220; oder gewellte. Nein, Moment, da ist noch dieser halbe Strahl, der nicht mehr ganz neben die r\u00f6mische XIX gepasst hat\u00a0(Sie erinnern sich, die &#8222;Oh sh** Line&#8220;). Wir k\u00f6nnen also annehmen, dass urspr\u00fcnglich 11 gerade und 11 gewellte Strahlen geplant waren, eine perfekte Balance, vielleicht aus &#8222;m\u00e4nnlichen&#8220; und &#8222;weiblichen&#8220; Anteilen wie manche Tarot-B\u00fccher wissen wollen oder aus ganz anderen wohl balancierten Gegens\u00e4tzen (Bewusstem und Unbewusstem zum Beispiel&#8230;). Aber wir finden wieder eine <strong>Balance vor und die sehr wahrscheinlich unabsichtliche St\u00f6rung der Balance durch den unvollendeten 11. gewellten Sonnenstrahl<\/strong> zeigt uns, dass diese Balance tats\u00e4chlich sehr leicht verletzbar ist. Nicht nur f\u00fcr das Kind, das ohne Sattel auf dem Pferd balancieren muss, sondern wohl auch f\u00fcr Pamela Colman Smith, die ihre Sonnenstrahlen ausbalancieren wollte.<\/p>\n<p>Die handwerkliche Sch\u00f6pfung der Karte spiegelt sozusagen ihre inhaltliche Ebene.<\/p>\n<p><strong>Einzug nach Jerusalem.<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Katholiken Waite und Smith war die <strong>Symbolik des Palmsonntags<\/strong> &#8211; des Einzugs von Jesus nach Jerusalem auf dem R\u00fccken eines Esels sicher ein vertrautes Bild. Mit dem Palmsonntag beginnt die Passionsgeschichte, die eine Woche sp\u00e4ter zur Kreuzigung auf Golgatha f\u00fchren wird. In der katholischen Kirche ist\u00a0<strong>rot die liturgische Farbe<\/strong> des Palmsonntags &#8211; als Farbe des Blutes, des Feuers und des heiligen Geistes. Auch der traditionelle Hymnus zum Palmsonntag wirft ein h\u00f6chst treffendes Licht auf das Bild:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Des K\u00f6nigs Fahne schwebt empor,<br \/>\nEs gl\u00e4nzt des Kreuzes Bild hervor,<br \/>\nAn dem den Tod das Leben starb,<br \/>\nUnd Leben durch den Tod erwarb.&#8220;<br \/>\n(Hymnus Vexilla Regis)<\/p><\/blockquote>\n<p>Nicht nur die r\u00e4tselhafte <strong>Verwendung einer (roten!) Fahne<\/strong> in der Hand des Kindes findet hier eine Erkl\u00e4rung, auch\u00a0die <strong>ausgebreiteten Arme<\/strong> des Kindes auf dem Pferd erhalten damit eine weitere Bedeutungsebene: Neben der entwaffnenden Offenheit der Geste auf rein k\u00f6rpersprachlicher Ebene erahnen wir\u00a0aus dem Zusammenhang der Gesamtsymbolik bereits einen Vorboten der <strong>Kreuzigung aus der christlichen Passionsgeschichte<\/strong>. Und der Blumenkranz auf dem Kopf ergibt bei n\u00e4herer Betrachtung einen recht passablen Heiligenschein.\u00a0 Lediglich die J\u00fcnger, die den Weg nach Jerusalem ges\u00e4umt hatten, sind hier durch bescheidene Sonnenblumen ersetzt. Daf\u00fcr weisen ihre <strong>Bl\u00fcten<\/strong> nicht wie \u00fcblich zur Sonne am Himmel (die sich ja hinter ihnen befindet), sondern <strong>sind dem Kind auf dem Pferd zugewandt<\/strong>, das somit &#8211; ganz im Sinne des Kind-Archetypus &#8211; die <strong>Position der Sonne<\/strong> selbst \u00fcbernommen hat.<\/p>\n<p>Den Archetypus des die Welt erl\u00f6senden Kindes finden wir im Christentum ebenso wie in anderen Weltreligionen, wenn auch in der\u00a0Karte &#8222;Die Sonne&#8220;\u00a0die katholische Symbolik\u00a0sehr weit transformiert wurde.<\/p>\n<p>Das im Hymnus genannte Motiv der <strong>Auferstehung<\/strong> vom Tod finden wir folgerichtig bereits<strong> in der n\u00e4chsten Karte &#8222;Gericht&#8220;<\/strong> ganz explizit ausgestaltet.<\/p>\n<p><strong>Noch einmal der Kind-Archetypus: Kleiner als klein, gr\u00f6\u00dfer als gro\u00df.<\/strong><\/p>\n<p>Ein Kind ist zun\u00e4chst einmal klein und schwach, in archetypischer Form sogar noch viel weniger als das: Unter wundersamen Umst\u00e4nden \u00a0auf die Welt gekommen ist es <strong>hilflos ausgesetzt\u00a0in eine es gef\u00e4hrdende Welt<\/strong> (man denke dabei im Christentum z.B. an Herodes).<\/p>\n<p>In fast allen Mythen, die den Kindarchetypus als Ursprung haben, finden wir die <strong>wundersame Geburt<\/strong>, oft auch in Form einer\u00a0<strong>jungfr\u00e4ulichen Geburt<\/strong>. Warum?\u00a0Es geht ja gar nicht um irgend ein reales biologisches Kind, sondern um eine &#8222;psychische&#8220; Geburt: <strong>Das Selbst entsteht<\/strong>, und eines seiner auff\u00e4lligsten Merkmale ist die schmerzhaften Trennung von der Welt. Jetzt ergibt auch die Mauer endlich Sinn: Die <strong>Mauer trennt das Selbst vom Universum<\/strong>\u00a0und ist somit der entscheidende Faktor f\u00fcr die weitere Entwicklung. W\u00e4ren wir eins mit dem Universum (was wir auf einer metaphysischen Ebene definitiv sind, aber eben nicht auf der psychologischen!), dann w\u00fcrden wir uns kaum zu weiterem Bewusstsein entwickeln.<\/p>\n<p>Die sp\u00e4tere Entwicklung des <strong>Kindes zum Helden<\/strong> oder Erl\u00f6ser ist ebenfalls ein <strong>psychischer Vorgang<\/strong>, n\u00e4mlich die Geschichte dessen, was C. G. Jung Individuation genannt hat, unsere\u00a0Entwicklung zu dem, was tats\u00e4chlich (und noch unbewusst) in uns ist und was uns nicht von au\u00dfen &#8222;nahe gelegt&#8220; wird. Ein Prozess zunehmender Bewusstwerdung.<\/p>\n<p>So ist auch das <strong>Licht der Sonne ein Symbol f\u00fcr das Bewusstsein<\/strong> (und die Dunkelheit immer eines f\u00fcr das Unbewusste), die Heldentat des Kindes wird nun darin bestehen, Licht zu bringen und zuvor unbewusste Inhalte in unsere Psyche zu integrieren. Die Kreis-Scheibe der Sonne repr\u00e4sentiert dabei die Ganzheit, die im Zuge der Individuation angestrebt wird.<\/p>\n<p>Das Pferd, auf dessen R\u00fccken das Kind reitet ist als Tier traditionell ein Symbol des Unbewussten. Unser Kind bek\u00e4mpft nicht das Unbewusste, sondern hat es sich zum Verb\u00fcndeten gemacht und wird von ihm unterst\u00fctzt. Es muss allerdings die <strong>Balance halten, einen festen Sattel gibt es nicht<\/strong>. Es wird entsprechend behutsam handeln m\u00fcssen, um das Pferd nicht zu \u00fcberfordern. Oder weniger sinnbildlich: Unbewusste Inhalte\u00a0werden nicht ohne Widerst\u00e4nde (uns auch nicht ohne Gefahren f\u00fcr uns) bewusst werden, wir m\u00fcssen dabei sehr achtsam vorgehen, um nicht die Balance zu verlieren.<\/p>\n<p>Nebenbemerkung: Freilich wissen wir heute, dass das Bewusstsein von h\u00f6heren Tieren (wie eben vom Pferd, aber auch von Hunden, Delphinen, Walen usw.) unserem eigenen menschlichen Bewusstsein sehr viel \u00e4hnlicher ist, als unser traditionelles Unwissen \u00fcber unsere Mitgesch\u00f6pfe das jemals einr\u00e4umen wollte. Unterschiede im Bewusstsein von Mensch und Tieren bestehen zweifellos, sie sind aber eher gradueller Natur, die Grenzen sind durchaus unscharf.\u00a0Das sind aber Erkenntnisse, die Waite und Smith so nicht zur Verf\u00fcgung standen und so repr\u00e4sentiert das Tier eben unser Unbewusstes.<\/p>\n<p>Jung spricht beim Kindarchetypus auch von einer &#8222;<strong>werdenden Ganzheit<\/strong>&#8222;, gespeist aus dem Bewusstsein einerseits und dem Unbewussten andererseits. Das ist etwas, das\u00a0sowohl dem Bewusstsein als auch dem Unbewussten Probleme bereiten wird, denn das Bewusstsein kann sich so eine Vereinigung nicht recht vorstellen und das Unbewusste will es gar nicht (es m\u00f6chte lieber unbewusst bleiben). Damit dieser Wachstumsprozess gelingen kann, braucht das Kind &#8211; mit dem letztlich\u00a0unsere Selbstverwirklichung gemeint ist &#8211; quasi \u00fcbernat\u00fcrliche Kr\u00e4fte: Es kann Wunder vollbringen, es ist unverletzlich bei aller Bedrohtheit, die sich ihm entgegenstellt. Es ist damit zugleich kleiner als klein und gr\u00f6\u00dfer als gro\u00df.\u00a0[vgl. auch C. G. Jung: Zur Psychologie des Kindarchetypus, 1940 in Edition C. G. Jung Bd. 9\/I]<\/p>\n<p><strong>Sonnenkult<\/strong><\/p>\n<p>In vielen Tarotb\u00fcchern findet man Hinweise auf die Bedeutung der Sonne in den antiken Religionen der alten \u00c4gypter, der Sumerer, der Babylonier und der alten Griechen oder im altisl\u00e4ndischen Pantheon (bei dem schlie\u00dflich die Sonne w\u00e4hrend des Weltuntergangs &#8222;Ragnar\u00f6k&#8220; durch den Wolf Skalli verschlungen wird).<\/p>\n<p>F\u00fcr die\u00a0ersten mit Ackerbau besch\u00e4ftigten Hochkulturen gab es kaum etwas Bedeutenderes als die <strong>Sonne, an deren Tages- und Jahreslauf\u00a0die Tages- und die Jahreszeit abgelesen werden konnte<\/strong>, nein, diese Zeiten wurden durch die Bewegungen der Sonne am Himmel \u00fcberhaupt erst geschaffen. Keine Ernte ohne Sonne. Keine Zeiten des Hochwassers am Nil ohne Sonne. Kein neuer Tag, wenn die Sonne nicht fr\u00fchmorgens beschloss, eine weitere Runde am Firmament zu ziehen. Die Sonne war nicht nur irgend ein abstraktes Sinnbild f\u00fcr das Leben, sondern in den alten Regionen ein m\u00e4chtigster Gott, der nichts weniger als das Leben der Menschen vollst\u00e4ndig in der Hand hatte.<\/p>\n<p>Entsprechend <strong>hoch<\/strong> d\u00fcrfen wir auch heute noch die <strong>Bedeutung dieser Karte<\/strong> einsch\u00e4tzen. Die Kr\u00e4fte, die hier in Erscheinung treten, geh\u00f6ren zu den m\u00e4chtigsten in unserem bekannten Universum. Und damit auch im gar nicht so kleinen Universum unserer Psyche.<\/p>\n<p><strong>Parallelwelten.<\/strong><\/p>\n<p>Nach all der mystischen und metaphysischen Symbolik m\u00f6chte ich zum Abschluss noch einen ganz konkreten Blick auf ein Bilddetail werfen.<\/p>\n<p>Anhand der Feder haben wir ja bereits eine Handvoll Karten mit einer gewissen Verwandtschaftsbeziehung kennen gelernt. Neben der roten Feder f\u00e4llt die markante <strong>Geste der weit ausgebreiteten Arme<\/strong> (mit ihrer verborgenen Kreuzsymbolik) ins Auge. Bei der Sonne, beim Narren und bei den Liebenden.<\/p>\n<div id='gallery-2' class='gallery galleryid-260 gallery-columns-3 gallery-size-medium'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?attachment_id=430'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"175\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/19-The-Sun-Ausschnitt-Arme1-175x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-430\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/19-The-Sun-Ausschnitt-Arme1-175x300.jpg 175w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/19-The-Sun-Ausschnitt-Arme1-768x1313.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/19-The-Sun-Ausschnitt-Arme1-599x1024.jpg 599w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/19-The-Sun-Ausschnitt-Arme1.jpg 1182w\" sizes=\"auto, (max-width: 175px) 100vw, 175px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-430'>\n\t\t\t\tDie Sonne: Arme\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?attachment_id=427'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"173\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/00-The-Fool-Ausschnitt-Arme-173x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-427\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/00-The-Fool-Ausschnitt-Arme-173x300.jpg 173w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/00-The-Fool-Ausschnitt-Arme-768x1331.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/00-The-Fool-Ausschnitt-Arme-591x1024.jpg 591w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/00-The-Fool-Ausschnitt-Arme.jpg 1182w\" sizes=\"auto, (max-width: 173px) 100vw, 173px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-427'>\n\t\t\t\tDer Narr: Arme\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?attachment_id=428'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"177\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/06-The-Lovers-Ausschnitt-Arme-177x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-428\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/06-The-Lovers-Ausschnitt-Arme-177x300.jpg 177w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/06-The-Lovers-Ausschnitt-Arme-768x1304.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/06-The-Lovers-Ausschnitt-Arme-603x1024.jpg 603w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/06-The-Lovers-Ausschnitt-Arme.jpg 1206w\" sizes=\"auto, (max-width: 177px) 100vw, 177px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-428'>\n\t\t\t\tDie Liebenden: Arme des Erzengels\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<pre><em>Alle Abbildungen: Mit freundlicher Genehmigung des K\u00f6nigsfurt-Urania Verlages, Krummwisch, <\/em><em>\u00a9 K\u00f6nigsfurt-Urania Verlag, Krummwisch \/ Deutschland. <a href=\"http:\/\/www.koenigsfurt-urania.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.koenigsfurt-urania.com<\/a><\/em><\/pre>\n<p>Wirklich <strong>ausgebreitete Arme<\/strong> finden wir <strong>nur in diesen 3 Bildern<\/strong>. Keine einzige der anderen gro\u00dfen und kleinen Arkanen oder Hofkarten zeigt eine Person mit ausgebreiteten Armen. Und tats\u00e4chlich offenbaren die 3 Karten auch die Quintessenz dieser Geste. Bl\u00e4ttern Sie ruhig mal durch Ihre Tarot-Karten: Die <strong>drei hier gezeigten Karten sind zudem auch noch die einzigen im ganzen Tarot, auf denen eine Sonne gezeigt wird<\/strong>. (Der Mond und die 8 der Kelche zeigen eher eine Sonnenfinsternis als die strahlende Sonne.)<\/p>\n<p>Die <strong>Weltoffenheit und Unbek\u00fcmmertheit des Narren<\/strong> finden wir ebenso bei unserem Kind der Sonnenkarte. Die feurige Feder auf dem Kopf haben wir bereits betrachtet, ebenso das hilfreiche Tier, aber auch <strong>die symbolischen St\u00e4be<\/strong> sollten wir in unsere Betrachtung einbeziehen: Bei der Sonne ist der Stab als Stange des roten Banners versteckt, beim Narren als Wanderstab, an dessen Ende ein Beutel geschn\u00fcrt ist. Neben den roten &#8222;flammenden&#8220; Federn erneut das <strong>Element Feuer<\/strong> also, diesmal dezent verborgen.<\/p>\n<p>Eine der psychischen Eigenschaften, die dem Feuer zugeschrieben wird, ist die der Intuition. F\u00fcr die Aufgaben, die mit der Sonne verbunden sid, bestimmt keine schlechte Idee.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist es eine segnende, eine umarmende Haltung, die wir auch beim Engel der Karte &#8222;Die Liebenden&#8220; wiederfinden.\u00a0Ist es nicht auch eine Geste der Vergebung, gerade beim S\u00fcndenfall im Paradies, der\u00a0so zentral f\u00fcr die Liebenden\u00a0ist? Und zusammen mit der oben besprochenen Palmsonntags-Symbolik scheint es wie eine Erneuerung des Versprechens zu sein: Euch wird vergeben werden. Die urchristliche Botschaft der N\u00e4chstenliebe schimmert hier durch. Und tats\u00e4chlich wollen manche (auch z.B. Katz &amp; Goodwin [Secrets of the Waite-Smith Tarot\u201c, Llewellyn,\u00a02015]) auf eben dieser Karte ein klitzekleines &#8222;Love&#8220; unter der Signatur von Pamela Colman-Smith erkennen:<\/p>\n<figure id=\"attachment_435\" aria-describedby=\"caption-attachment-435\" style=\"width: 294px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/19-The-Sun-Detail-Love.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-435\" src=\"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/19-The-Sun-Detail-Love-294x300.jpg\" alt=\"\" width=\"294\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/19-The-Sun-Detail-Love-294x300.jpg 294w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/19-The-Sun-Detail-Love-768x784.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/19-The-Sun-Detail-Love.jpg 798w\" sizes=\"auto, (max-width: 294px) 100vw, 294px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-435\" class=\"wp-caption-text\">Die Sonne: &#8222;Love&#8220;. Mit freundlicher Genehmigung des K\u00f6nigsfurt-Urania Verlages, Krummwisch, www.koenigsfurt-urania.com<\/figcaption><\/figure>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>And now for something completely different: Haben Sie die zu Beginn erw\u00e4hnte Schnecke schon gefunden? Sie befindet sich auf der 9 der Pentakel&#8230;<\/p>\n<p><em>Alle Texte sind urheberrechtlich gesch\u00fctzt. Verbreitung (auch auszugsweise) nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.<\/em><\/p>\n<pre><em>Alle Abbildungen: Mit freundlicher Genehmigung des K\u00f6nigsfurt-Urania Verlages, Krummwisch, <\/em><em>\u00a9 K\u00f6nigsfurt-Urania Verlag, Krummwisch \/ Deutschland. <a href=\"http:\/\/www.koenigsfurt-urania.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.koenigsfurt-urania.com<\/a><\/em><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sonne, so wie sie von Pamela Colman Smith gezeichnet wurde, ist eine frappierende Darstellung des &#8222;Kind-Archetypus&#8222;, wie ihn C. G. Jung beschrieben hat [C. 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Die Sonne selbst, generell runde Symbole, z.B. die Sonnenblumen im Hintergrund geh\u00f6ren ebenso zu diesem Archetypus &hellip; <a href=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?p=260\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Karte im Detail: Die Sonne<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":353,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,5],"tags":[],"class_list":["post-260","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-karten-grosse-arkanen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/260","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=260"}],"version-history":[{"count":27,"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/260\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":545,"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/260\/revisions\/545"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/353"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=260"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=260"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=260"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}