{"id":254,"date":"2018-01-23T20:45:10","date_gmt":"2018-01-23T19:45:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?p=254"},"modified":"2025-11-25T22:43:05","modified_gmt":"2025-11-25T21:43:05","slug":"karte-im-detail-der-teufel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?p=254","title":{"rendered":"Karte im Detail: Der Teufel"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_470\" aria-describedby=\"caption-attachment-470\" style=\"width: 178px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/15-The-Devil-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-470 size-medium\" src=\"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/15-The-Devil-1-178x300.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/15-The-Devil-1-178x300.jpg 178w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/15-The-Devil-1-768x1296.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/15-The-Devil-1-607x1024.jpg 607w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/15-The-Devil-1.jpg 1214w\" sizes=\"auto, (max-width: 178px) 100vw, 178px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-470\" class=\"wp-caption-text\">Der Teufel. Alle Abbildungen: Mit freundlicher Genehmigung des K\u00f6nigsfurt-Urania Verlages, Krummwisch, \u00a9 K\u00f6nigsfurt-Urania Verlag, Krummwisch \/ Deutschland. www.koenigsfurt-urania.com<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Teufel ist &#8211; neben den 8 Schwertern, dem Geh\u00e4ngten und ein paar weiteren Karten &#8211; ein Paradebeispiel einer missverstandene Karte.<\/p>\n<p>In einer der grundlegenden Betrachtungen &#8211; <a href=\"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?p=94\">Umgang mit multiplen Pers\u00f6nlichkeiten<\/a> &#8211; haben wir uns den Teufel bereits etwas n\u00e4her angesehen. <strong>Ich kenne \u00fcbrigens kaum ein Tarot-Buch, das die Karte &#8222;Der Teufel&#8220; wirklich positiv w\u00fcrdigt.<\/strong><\/p>\n<p>Wir werden in k\u00fcnftigen Beitr\u00e4gen dieses kleinen Blogs noch sehen, dass auch keine einzige der anderen klassischen &#8222;negativen Karten&#8220; tats\u00e4chlich eine negative Bedeutung hat: der Geh\u00e4ngte, der Tod, der Teufel, der Turm, 5 der M\u00fcnzen, die meisten Schwerter-Karten, 5 der Kelche, 7 der Kelche, 7 der St\u00e4be, 9 der St\u00e4be, 10 der St\u00e4be usw. Das alles allerdings vor dem Hintergrund der von mir vorgeschlagenen psychologischen Perspektive auf die Karten. Andere Sichtweisen m\u00f6gen durchaus auch zu anderen Schl\u00fcssen kommen.<\/p>\n<p><strong>Woher stammt der Teufel?<\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir in die vorchristlichen Wurzeln der Idee vom Teufel zur\u00fcckblicken, dann sto\u00dfen wir im Alten Testament (bzw. im Tanach) auf einen ganz anderen Teufel: Als &#8222;Satan&#8220; wird da die Rolle eines Ankl\u00e4gers am g\u00f6ttlichen Gerichtshof bezeichnet, einzunehmen jeweils von einem ganz &#8222;normalen&#8220; Engel. In der bekannten Geschichte um Hiob wirft ein solcher Satan Gott vor, dieser Hiob sei doch nur deshalb so fromm und Gott ergeben, weil es ihm &#8211; dank der Gunst Gottes &#8211; so gut gehe. In Folge <strong>beauftragt der solcherma\u00dfen herausgeforderte Gott seinen Satan also, den armen Hiob schwer zu plagen<\/strong>: Hiob verliert seinen gesamten Besitz, dann seine Familie und schlie\u00dflich seine Gesundheit. Am Ende, nach einigen Irrungen und Wirrungen ist bewiesen, dass Hiob auch in dieser misslichen Situation Gott noch immer ergeben bleibt. Interessant dabei ist die <strong>Rolle des Satans: Er bekommt von Gott ganz genaue Anweisungen, was er zu tun und zu lassen hat und er befolgt sie auch!<\/strong><\/p>\n<p>Auch der Gott dieser alttestamentarischen Geschichten ist f\u00fcr uns heute ungewohnt: er ist sehr archaisch, eifers\u00fcchtig, oft sogar rachs\u00fcchtig und ziemlich brutal, denken Sie nur an die Geschichte mit der Sintflut. Ein &#8222;lieber&#8220; Gott war das eher nicht. Eine <strong>Abspaltung der zerst\u00f6rerischen Kr\u00e4fte fand erst viel sp\u00e4ter statt<\/strong> &#8211; das war dann die &#8222;Geburtsstunde&#8220; der Vorstellung vom\u00a0Teufel.<\/p>\n<p><em>Blick \u00fcber den Tellerrand: In einer speziellen Form des <strong>Buddhismus<\/strong>, dem Vajrayana,\u00a0geht die Integration des Schattens in das G\u00f6ttliche noch sehr viel weiter als bei Hiob: Bei einigen sehr fortgeschrittenen Meditationstechniken werden die drei <strong>Geistesgifte Zorn, Begierde und Unwissenheit sogar\u00a0zur Erlangung der Erleuchtung<\/strong> eingesetzt.<\/em><\/p>\n<p>Der Satan scheint ansonsten urspr\u00fcnglich gar nicht das abgrundtief B\u00f6se gewesen zu sein, sondern hatte eine sozusagen dialektische Funktion inne, die man heute noch im <strong>&#8222;Advocatus Diaboli&#8220;<\/strong> findet, also jemandem, der die bestehenden Grunds\u00e4tze hinterfragt und als Diabolos (griechisch: &#8222;Durcheinanderwerfer&#8220;) <strong>frech die Dinge in Frage und auf den Kopf stellen<\/strong> darf.<\/p>\n<p>C. G. Jung hat darauf hingewiesen, dass wir einen Nachklang dieser alttestamentarischen Ambivalenz noch im Vaterunser finden: &#8222;Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung&#8220; passt wohl eher zum gro\u00dfen Versucher, dem Teufel\u00a0[vgl. Zur Ph\u00e4nomenologie des Geistes im M\u00e4rchen, Edition C. G. Jung, Patmos, Bd. 9\/I].<\/p>\n<p>Manche der moderneren Aspekte des Teufels entstammen auch aus &#8222;Marketing-Ma\u00dfnahmen&#8220; der fr\u00fchen alttestamentarischen Religion gegen <strong>konkurrierende lokale Gottheiten<\/strong> &#8211; wo z.B. ein an sich harmloser Wetter- und Fruchtbarkeitsgott Baal zu Beelzebub, dem Herrn der Fliegen\u00a0umgedeutet wurde.<\/p>\n<p><strong>Tugenden und S\u00fcnden im Tarot (und warum der Teufel auch da nicht f\u00fcr &#8222;das B\u00f6se&#8220; steht)<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben\u00a0bereits in den Grundlagen-Kapiteln gesehen, dass es <strong>eigene Karten f\u00fcr die vier Kardinalstugenden<\/strong> gibt (Gerechtigkeit, M\u00e4\u00dfigung, Tapferkeit \/ Kraft und Weisheit \/ Eremit) . Wenn nun der Teufel im Tarot eine Darstellung &#8222;des B\u00f6sen&#8220; ist, m\u00fcssten dann nicht zumindest <strong>irgendwo Abbildungen f\u00fcr die sieben Tods\u00fcnden<\/strong> (oder Haupt-Laster) zu erwarten sein? Wer es nicht mehr wei\u00df: Wir sprechen dabei von Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, V\u00f6llerei, Neid und Faulheit.\u00a0Von der reinen Bildsprache ist es schwer, auch nur eine einzige der <strong>Tods\u00fcnden in der Karte &#8222;der Teufel&#8220;<\/strong> (oder in einer der anderen gro\u00dfen Arkanen) auszumachen. Der Tarot scheint sich irgendwie mehr um die Tugenden zu k\u00fcmmern&#8230;<\/p>\n<p>Der Tarot stellt damit <strong>weniger die Gesamtheit alles m\u00f6glichen Lebens und Erlebens dar, als vielmehr einen spezifischen Pfad des inneren Wachstums<\/strong>, des Reifens und &#8211; so h\u00e4tte C. G. Jung es genannt &#8211; der Individuation. Das erschwert freilich das &#8222;Wahrsagen&#8220; mit den Karten, weil es aus dieser Sicht heraus nicht wirklich Material f\u00fcr die Darstellung der mannigfaltigen Gefahren und\u00a0Misslichkeiten des Lebens gibt, aber es f\u00f6rdert daf\u00fcr einen Zugang zu den Karten der da lautet: &#8222;Hey, schau Dir mal meinen Rat n\u00e4her an, vielleicht ist das ja genau der passende n\u00e4chste Entwicklungsschritt f\u00fcr Dich?&#8220;<\/p>\n<p><strong>Der Teufel als Schatten<\/strong><\/p>\n<p>In der Analytischen Psychologie C. G. Jungs ist der Schatten ein Teil unserer Psyche, der neben unserer aufpolierten, sozial angepassten und manchmal auch inszenierten &#8222;Persona&#8220; <strong>diejenigen psychischen Inhalte von\u00a0uns enth\u00e4lt, die wir ablehnen, die wir an uns selbst peinlich finden und\u00a0die wie vielleicht sogar f\u00fcrchten.<\/strong><\/p>\n<p>Darunter fallen auch\u00a0verdr\u00e4ngte W\u00fcnsche und gescheiterte (Lebens-)Tr\u00e4ume. Passt da nicht gut, dass der Teufel seine Fackel nach unten h\u00e4lt, hin zur &#8222;Unterwelt&#8220;, wo es noch dunkler ist? Der gruseligste Moment in der Geisterbahn ist der, wenn ein <strong>Licht auf eines der Monster<\/strong> f\u00e4llt. Und hier stehen unsere eigenen beiden Monster, die vielleicht schon Jahrzehnte im Dunkel der Verdr\u00e4ngung angekettet sind. Das m\u00fcssen gar nicht &#8222;b\u00f6se&#8220; oder &#8222;s\u00fcndige&#8220; Schattenseiten sein. Im Gegenteil, oft sind das <strong>ganz harmlose Dinge.<\/strong> Ein verdr\u00e4ngter Wunsch nach Emotionalit\u00e4t vielleicht bei einem mit sich und seinen Mitarbeitern allzu harten Manager, die Mutter von\u00a04 Kindern, die sich nie ihren Wunsch nach etwas Ruhe und Zeit f\u00fcr sich selbst eingestehen konnte, der unerf\u00fcllte Traum, ein bestimmtes Studium zu ergreifen und vieles mehr.<\/p>\n<p>Und freilich gibt es auch <strong>Schatten-Inhalte, bei denen wir gut daran tun, sie abzulehnen<\/strong>.<\/p>\n<p>Es wird also nicht darum gehen, einfach s\u00e4mtliche Schatten-Inhalte in uns irgendwie auszuleben, nach dem Motto: &#8222;lass doch mal die Sau raus&#8220;. Aber anschauen sollten wir sie uns durchaus (soweit sie uns eben bewusst zug\u00e4nglich sind) und dabei m\u00fcssen wir oft akzeptieren, dass wir leider gar nicht so perfekt sind, wie wir uns das vielleicht w\u00fcnschen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Mit der Frage der bewussten Zug\u00e4nglichkeit ber\u00fchren wir die n\u00e4chste Eigenschaft des Schattens: gr\u00f6\u00dfere Teile von ihm sind uns <strong>nicht bewusst<\/strong>. Wir k\u00f6nnen Hinweise auf sie zum Beispiel dadurch gewinnen, wenn wir bestimmte Menschen und deren Eigenschaften ganz spontan und ohne offensichtlichen pers\u00f6nlichen Bezug ablehnen, verabscheuen oder gar hassen. Wenn ich stets friedfertig auftrete (und mich selbst dabei auch als unbedingt friedfertigen Menschen wahrnehme!), aber sehr heftig auf etwas weniger friedfertige Zeitgenossen reagiere, dann sollte ich n\u00e4her hinsehen, denn mein Schatten k\u00f6nnte in einer verdr\u00e4ngten Aggressivit\u00e4t bestehen. Das gilt ganz besonders dann, wenn mir diese Zeitgenossen pers\u00f6nlich rein gar nichts getan haben.<\/p>\n<p>Je mehr man nun den eigenen Schatten verdr\u00e4ngt und abspaltet, desto wahrscheinlicher wird er sich irgendwo bemerkbar machen.\u00a0Sehr h\u00e4ufig fangen <strong>wir dann an, den Schatten auf andere zu projizieren<\/strong>. Wenn wir uns dabei in der <strong>Politik<\/strong> umsehen, dann kommt es manchmal zu Gruppierungen und Parteien, die ganz massiv <strong>Feindbilder aufbauen, denen dann alle m\u00f6glichen Schatten-Eigenschaften zugeschrieben werden<\/strong>. Diese Feindbilder betreffen freilich nicht mehr einzelne verhasste Personen wie beim individuellen Schatten, sondern ganze Bev\u00f6lkerungsgruppen.<\/p>\n<p>Nehmen wir nur Hitlers Verbrechensregime, das die halbe Welt in gezieltem Machtkalk\u00fcl mit millionenfachem Mord, Krieg und Elend \u00fcberzogen hat, das aber den Juden nichts weniger als eine <strong>Weltverschw\u00f6rung zur Erlangung der Weltherrschaft<\/strong> angedichtet hatte. Was f\u00fcr eine monstr\u00f6se Schattenprojektion!<\/p>\n<p>Im <strong>politischen Raum<\/strong> betreten wir \u00fcbrigens die <strong>Ebene von kollektiven Schatten<\/strong>, die eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe von Menschen vereint und die somit die Projektionen umso gef\u00e4hrlicher macht,\u00a0weil sie dann mit einem &#8222;<strong>wir<\/strong>&#8220; verbunden sind, das im Rausch eines Gemeinschaftserlebens individuelle Skrupel sehr\u00a0leicht einmal beiseite schiebt.<\/p>\n<p>Wenn Sie heute irgendwo (gerne in sozialen Medien)\u00a0<strong>Hassparolen<\/strong> lesen, dann beruhen die meisten davon auf <strong>Projektionen des eigenen (oder eines kollektiven) Schattens auf andere<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Zur\u00fcck zur Karte: Das B\u00fchnenbild<\/strong><\/p>\n<p>Wir erkennen zun\u00e4chst einen schwarzen Hintergrund. Es ist tiefste Nacht oder wir befinden uns in einem fensterlosen Raum. Die &#8222;B\u00fchne&#8220; ist ansonsten ziemlich \u00fcbersichtlich. Auf einem mit nur wenigen Strichen skizzierten Boden steht ein schwarzer Quader, an dem zwei Ketten befestigt sind. Abgesehen von den Figuren selbst war&#8217;s das, <strong>dominant ist die Farbe Schwarz, gefolgt von Schattierungen der Hautfarbe sowie grau<\/strong>.<\/p>\n<p>Drei Figuren sind aufgestellt: Zwei davon sind an den Quader gekettet, ansonsten sieht man noch den Teufel selbst, der auf dem Quader hockt und <strong>mit den H\u00e4nden eine Geste &#8222;wie oben so unten&#8220; macht, die an den Magier, aber auch (deutlich weniger ausgepr\u00e4gt) an die Gerechtigkeit\u00a0erinnert<\/strong>. Noch ein interessantes Detail: Der Teufel h\u00e4lt seine Fackel nach unten, der Magier seinen Stab nach oben, ganz \u00e4hnlich wie viele Darstellungen von Cautopates und Cautes aus dem altpersischen Kult um den Sonnengott Mithras, die f\u00fcr den <strong>Herbstpunkt und den Fr\u00fchlingspunkt<\/strong> im Jahreslauf stehen.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-254 gallery-columns-3 gallery-size-medium'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?attachment_id=479'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"178\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/15-The-Devil-Ausschnitt-Geste-1-178x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-479\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/15-The-Devil-Ausschnitt-Geste-1-178x300.jpg 178w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/15-The-Devil-Ausschnitt-Geste-1-768x1291.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/15-The-Devil-Ausschnitt-Geste-1-609x1024.jpg 609w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/15-The-Devil-Ausschnitt-Geste-1.jpg 1221w\" sizes=\"auto, (max-width: 178px) 100vw, 178px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-479'>\n\t\t\t\tDer Teufel &#8211; Detail Geste\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?attachment_id=477'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"176\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/01-The-Magician-Ausschnitt-Geste-1-176x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-477\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/01-The-Magician-Ausschnitt-Geste-1-176x300.jpg 176w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/01-The-Magician-Ausschnitt-Geste-1-768x1311.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/01-The-Magician-Ausschnitt-Geste-1-600x1024.jpg 600w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/01-The-Magician-Ausschnitt-Geste-1.jpg 1199w\" sizes=\"auto, (max-width: 176px) 100vw, 176px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-477'>\n\t\t\t\tDer Magier &#8211; Detail Geste\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?attachment_id=478'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"177\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/08-Justice-Ausschnitt-Geste-1-177x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-478\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/08-Justice-Ausschnitt-Geste-1-177x300.jpg 177w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/08-Justice-Ausschnitt-Geste-1-768x1303.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/08-Justice-Ausschnitt-Geste-1-604x1024.jpg 604w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/08-Justice-Ausschnitt-Geste-1.jpg 1207w\" sizes=\"auto, (max-width: 177px) 100vw, 177px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-478'>\n\t\t\t\tGerechtigkeit &#8211; Detail Geste\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<pre><em>Alle Abbildungen: Mit freundlicher Genehmigung des K\u00f6nigsfurt-Urania Verlages, Krummwisch, <\/em><em>\u00a9 K\u00f6nigsfurt-Urania Verlag, Krummwisch \/ Deutschland. <a href=\"http:\/\/www.koenigsfurt-urania.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.koenigsfurt-urania.com<\/a><\/em><\/pre>\n<p>Damit werden wir uns noch besch\u00e4ftigen m\u00fcssen. Eine weitere &#8222;klassische&#8220; Parallele ist freilich die Karte &#8222;Die Liebenden&#8220;, die schon aufgrund der numerologischen Verwandtschaft der 15 des Teufels mit der 6 der Liebenden nahe liegt (die Quersumme von 15 ist die 6). Hier ist zwar die Handgeste eine andere, aber wir finden daf\u00fcr eine <strong>sehr \u00e4hnliche Aufteilung des &#8222;Personals&#8220; in eine gro\u00dfe, dominante und befl\u00fcgelte\u00a0Figur (Teufel, bzw. Erzengel Raphael) und davor zwei kleinere (das angekettete Paar, bzw. Adam und Eva)<\/strong>.<\/p>\n<p>Aber auch der <strong>Hierophant<\/strong> hat die gleiche Bildstruktur: der prominente <strong>Priester <\/strong>(mit Segnungsgeste der einen Hand und liturgischem &#8222;Instrument&#8220; in der anderen) <strong>und seine beiden etwas verkleinerten Adepten<\/strong> im Vordergrund. An der Stelle der Fl\u00fcgel sehen wir zwei massive graue S\u00e4ulen.<\/p>\n<div id='gallery-2' class='gallery galleryid-254 gallery-columns-3 gallery-size-medium'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?attachment_id=482'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"178\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/15-The-Devil-Ausschnitt-K\u00f6pfe-1-178x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-482\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/15-The-Devil-Ausschnitt-K\u00f6pfe-1-178x300.jpg 178w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/15-The-Devil-Ausschnitt-K\u00f6pfe-1-768x1296.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/15-The-Devil-Ausschnitt-K\u00f6pfe-1-607x1024.jpg 607w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/15-The-Devil-Ausschnitt-K\u00f6pfe-1.jpg 1214w\" sizes=\"auto, (max-width: 178px) 100vw, 178px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-482'>\n\t\t\t\tDer Teufel &#8211; Detail Anordnung der Figuren\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?attachment_id=481'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"177\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/06-The-Lovers-Ausschnitt-K\u00f6pfe-1-177x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-481\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/06-The-Lovers-Ausschnitt-K\u00f6pfe-1-177x300.jpg 177w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/06-The-Lovers-Ausschnitt-K\u00f6pfe-1-768x1304.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/06-The-Lovers-Ausschnitt-K\u00f6pfe-1-603x1024.jpg 603w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/06-The-Lovers-Ausschnitt-K\u00f6pfe-1.jpg 1206w\" sizes=\"auto, (max-width: 177px) 100vw, 177px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-481'>\n\t\t\t\tDie Liebenden &#8211; Detail Anordnung der Figuren\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?attachment_id=480'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"177\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/05-The-Hierophant-Ausschnitt-K\u00f6pfe-1-177x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-480\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/05-The-Hierophant-Ausschnitt-K\u00f6pfe-1-177x300.jpg 177w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/05-The-Hierophant-Ausschnitt-K\u00f6pfe-1-768x1302.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/05-The-Hierophant-Ausschnitt-K\u00f6pfe-1-604x1024.jpg 604w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/05-The-Hierophant-Ausschnitt-K\u00f6pfe-1.jpg 1208w\" sizes=\"auto, (max-width: 177px) 100vw, 177px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-480'>\n\t\t\t\tDer Hierophant &#8211; Detail Anordnung der Figuren\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<pre><em>Alle Abbildungen: Mit freundlicher Genehmigung des K\u00f6nigsfurt-Urania Verlages, Krummwisch, <\/em><em>\u00a9 K\u00f6nigsfurt-Urania Verlag, Krummwisch \/ Deutschland. <a href=\"http:\/\/www.koenigsfurt-urania.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.koenigsfurt-urania.com<\/a><\/em><\/pre>\n<p>Bereits im Grundlagenkapitel zum &#8222;<a href=\"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?p=94\">Umgang mit multiplen Pers\u00f6nlichkeiten<\/a>&#8220; hatten wir gesehen, dass es sich lohnt, verschiedene Perspektiven bei Karten einzunehmen, auf denen mehrere Figuren dargestellt werden. <strong>Letztlich k\u00f6nnen wir alles &#8211; bis hin zum schwarzen Steinblock, an den die kleinen Unterteufelchen gekettet sind &#8211; als symbolische Darstellung unseres psychischen Geschehens werten.<\/strong><\/p>\n<p><strong>K\u00f6rpersprache im Detail<\/strong><\/p>\n<p>Werfen wir doch einen Blick auf die <strong>K\u00f6rpersprache<\/strong> unserer Akteure: Neben der plakativen Geste des Teufels gibt es wie ich finde noch eine weitere interessante Geste: Das m\u00e4nnliche Unterteufelchen stemmt eine Hand in die H\u00fcfte und streckt die andere Hand mit offener Handfl\u00e4che in Richtung der linken Bildh\u00e4lfte, also hin zum weiblichen Unterteufelchen. Der Kopf ist dabei leicht geneigt und zur weiblichen Figur hin gedreht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_483\" aria-describedby=\"caption-attachment-483\" style=\"width: 178px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/15-The-Devil-Ausschnitt-H\u00e4nde-und-K\u00f6pfe-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-483 size-medium\" src=\"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/15-The-Devil-Ausschnitt-H\u00e4nde-und-K\u00f6pfe-1-178x300.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/15-The-Devil-Ausschnitt-H\u00e4nde-und-K\u00f6pfe-1-178x300.jpg 178w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/15-The-Devil-Ausschnitt-H\u00e4nde-und-K\u00f6pfe-1-768x1296.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/15-The-Devil-Ausschnitt-H\u00e4nde-und-K\u00f6pfe-1-607x1024.jpg 607w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/15-The-Devil-Ausschnitt-H\u00e4nde-und-K\u00f6pfe-1.jpg 1214w\" sizes=\"auto, (max-width: 178px) 100vw, 178px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-483\" class=\"wp-caption-text\">Der Teufel &#8211; Detail Blick und Geste der kleinen Figuren. Mit freundlicher Genehmigung des K\u00f6nigsfurt-Urania Verlages, Krummwisch, www.koenigsfurt-urania.com<\/figcaption><\/figure>\n<p>In einem ganz anderen Kontext w\u00fcrde man sagen: <strong>&#8222;ah, da fordert jemand seine Dame zum Tanz auf.&#8220;<\/strong> Die nach oben offene Hand ist eine Bitte, die andere Person m\u00f6ge doch ihre Hand in die Seine legen und der in der H\u00fcfte gest\u00fctzte Arm soll das unterstreichen (und das vielleicht fehlende Selbstbewusstsein des Bittenden etwas aufpeppen). Auch der Blick passt dazu: Man(n) will nicht aufdringlich sein und senkt den Kopf und die Augen, so wie wir alle das regelm\u00e4\u00dfig im Fahrstuhl tun, um nur ja nicht aggressiv auf die anderen zu wirken.<\/p>\n<p>Die Lady indes scheint noch zu z\u00f6gern, ihre Haltung zeigt abgesehen vom Blickkontakt noch keine klare Zuwendung zu ihrem m\u00e4nnlichen Gegen\u00fcber. W\u00e4hrenddessen brennt ihm schon die Rute, entfacht durch die Fackel des Teufels hat er offensichtlich bereits &#8222;Feuer untern Hintern&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Nachtkarten im Tarot<\/strong><\/p>\n<p>Lassen wir die handelnden Personen einen Moment stehen und wenden wir uns nochmal dem Hintergrund der &#8222;B\u00fchne&#8220; auf dieser Karte zu. Au\u00dfer dem Quader erkennen wir gar nichts, es ist tiefdunkel. Selbst wenn au\u00dferhalb unserer sichtbaren Kartenwelt die Sonne scheinen w\u00fcrde: <strong>hier ist es finsterste Nacht<\/strong>. Es gibt <strong>gar nicht so viele dieser Nachtkarten<\/strong> im Tarot von Smith und Waite: Bei den gro\u00dfen Arkanen ist es nur noch der Turm. Selbst der Tod und der Eremit (der immerhin einen Stern in seiner Lampe tr\u00e4gt) wandeln eher im Zwielicht und auch der Mond hat einen erstaunlich hellen Himmel hinter sich.<\/p>\n<p>Keine einzige Hofkarte hat\u00a0eine n\u00e4chtliche Szenerie und auch bei den kleinen Arkanen sind es lediglich die 9 und 10 der Schwerter (letztere zeigt\u00a0an Stelle eines echten Nachthimmels einen pechschwarzen Wolkenhimmel, der aber denselben Zweck erf\u00fcllt) sowie die 5 der M\u00fcnzen. Aus psychologischer Sicht geh\u00f6rt auch noch die 3 der M\u00fcnzen in diese Reihe: Die Szene spielt zwar vordergr\u00fcndig am Tage, hinter dem Torbogen befindet sich jedoch ein Gew\u00f6lbe, voll mit schwarzer Nacht.<\/p>\n<div id='gallery-3' class='gallery galleryid-254 gallery-columns-3 gallery-size-medium'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?attachment_id=470'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"178\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/15-The-Devil-1-178x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-3-470\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/15-The-Devil-1-178x300.jpg 178w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/15-The-Devil-1-768x1296.jpg 768w, 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https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/16-The-Tower-1-768x1313.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/16-The-Tower-1-599x1024.jpg 599w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/16-The-Tower-1.jpg 1198w\" sizes=\"auto, (max-width: 175px) 100vw, 175px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-3-471'>\n\t\t\t\tDer Turm\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?attachment_id=467'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"177\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/S09-9-of-Swords-1-177x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-3-467\" 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Krummwisch \/ Deutschland. <a href=\"http:\/\/www.koenigsfurt-urania.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.koenigsfurt-urania.com<\/a><\/em><\/pre>\n<p>Das sind nun alle unsere &#8222;Kinder der Nacht&#8220;. 5 davon geh\u00f6ren zu den <strong>gef\u00fcrchtetsten Karten<\/strong> bei so manchem &#8222;Wahrsage-Kartenleger&#8220; (gerne auch online oder per Telefon). Aus psychologischer Sicht versuchen alle diese Karten, <strong>einen Blick auf das Unbewusste zu erm\u00f6glichen<\/strong>. Da das Unbewusste aber prinzipiell <strong>nicht f\u00fcr uns direkt erfahrbar<\/strong> ist, bleibt es finster und alles was wir erkennen sind die <strong>indirekten Spuren und Wirkungen<\/strong> des Unbewussten.<\/p>\n<p>Das Unbewusste wird \u00fcbrigens nicht nur durch die Schw\u00e4rze der\u00a0Nacht symbolisiert, sondern <strong>wir sollten auch auf\u00a0alle Karten achten, die gr\u00f6\u00dfere Gew\u00e4sser zeigen<\/strong>: Die <strong>Hohepriesterin<\/strong>, deren Gewand sogar selbst zum Gew\u00e4sser wird, die <strong>Herrscherin<\/strong>, bei der ein Gew\u00e4sser direkt aus dem Wald (einem weiteren Symbol des Unbewussten!) flie\u00dft, der <strong>Wagen<\/strong>, hinter dem ein Fluss flie\u00dft, der Tod &#8211; ebenfalls mit einem Fluss hinter sich, die <strong>M\u00e4\u00dfigkeit<\/strong>, die ihren Fu\u00df ins Wasser steckt, der <strong>Stern<\/strong>, der Wasser vergie\u00dft, aber ansonsten sogar auf ihm stehen kann, der <strong>Mond<\/strong>, bei dem ein Krebs aus dem Wasser steigt und sich zu Hund und Wolf gesellt, und schlie\u00dflich das <strong>Gericht<\/strong>, bei dem die ganze Welt im Wasser versunken zu sein scheint, auf dessen Oberfl\u00e4che die offenen S\u00e4rge der Auferstandenen schwimmen.<\/p>\n<p>Und das sind nur die gro\u00dfen Arkanen. Die kleinen d\u00fcrfen Sie jetzt gerne selbst nach Wasserstellen absuchen.<\/p>\n<p><strong>Symbolik<\/strong><\/p>\n<p>Der Teufel ist von Pamela Colman Smith mit einer Reihe von interessanten Symbolen ausgestattet worden. Die <strong>Fledermausfl\u00fcgel<\/strong> unterscheiden ihn deutlich von den anderen drei Engeln im Tarot (Die Liebenden, M\u00e4\u00dfigkeit und Gericht). Interessanterweise sind Flederm\u00e4use Tiere, die in <strong>H\u00f6hlen<\/strong> leben, deren <strong>Finsternis wie wir gesehen haben ein altes Symbol f\u00fcr das Unbewusste<\/strong> ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_486\" aria-describedby=\"caption-attachment-486\" style=\"width: 174px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/13-Death-Ausschnitt-Banner-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-486 size-medium\" src=\"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/13-Death-Ausschnitt-Banner-1-174x300.jpg\" alt=\"\" width=\"174\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/13-Death-Ausschnitt-Banner-1-174x300.jpg 174w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/13-Death-Ausschnitt-Banner-1-768x1326.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/13-Death-Ausschnitt-Banner-1-593x1024.jpg 593w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/13-Death-Ausschnitt-Banner-1.jpg 1186w\" sizes=\"auto, (max-width: 174px) 100vw, 174px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-486\" class=\"wp-caption-text\">Tod &#8211; Umgekehrtes Pentagramm im Banner. Mit freundlicher Genehmigung des K\u00f6nigsfurt-Urania Verlages, Krummwisch, www.koenigsfurt-urania.com<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das <strong>umgekehrte Pentagramm \u26e7<\/strong> kennt jeder als Symbol der <strong>schwarzen Magie und Teufelsanbetung<\/strong>. Die 5 Ecken stehen f\u00fcr H\u00f6rner, Ohren und Ziegenbart des Teufels. \u00dcber die Symbolik des Pentagramms lie\u00dfe sich alleine schon ein eigener Blog f\u00fcllen. Mit einer Spitze nach oben ist es ein magisches Symbol, das &#8211; umschlossen von einem Kreis &#8211; die Pentakel im Tarot von Smith und Waite ziert. Die einzige Karte der gro\u00dfen Arkanen mit einem Pentakel ist der Magier, was zu seiner Funktion als Gegenpol des Teufels passt. Ein umgekehrtes Pentagramm\u00a0findet man allerdings nur beim Teufel. Doch halt: Wenn wir die schwarze Flagge der Karte &#8222;Tod&#8220; untersuchen, dann steckt darin ebenfalls ein umgekehrtes Pentagramm. &#8222;Tod und Teufel&#8220; sind schon immer nahe beisammen gewesen. W\u00e4hrend das Hauptthema der Karte &#8222;Tod&#8220; das <strong>Los<\/strong>lassen ist, so scheint es beim &#8222;Teufel&#8220; das <strong>Zu<\/strong>lassen (von unerw\u00fcnschten Anteilen unserer Psyche) zu sein.<\/p>\n<p>Die H\u00f6rner und der Ziegenbart des Teufels sind \u00fcbrigens die <strong>H\u00f6rner und der Bart des Hirtengottes Pan<\/strong> &#8211; neben Baal einer weiteren (ebenfalls ganz harmlosen) Gottheit, die vom Christentum zum Teufel umgedeutet wurde. Nach einer Darstellung ist Pan der Sohn von Hermes, dem G\u00f6tterboten, Seelenf\u00fchrer und Gott der Magier.<\/p>\n<p><strong>Ok, wagen wir eine (wie immer vorl\u00e4ufige) Interpretation<\/strong>?<\/p>\n<p>Das war zugegebenerma\u00dfen ein recht wilder Ritt durch Psychologie und Weltgeschichte. Vom Mithraskult zu alten und neuen Nazis und anderen Hatern. Von Baal zum kollektiven Unbewu\u00dften C. G. Jungs mit Aufforderung zum Tanz durch finsterste Nacht. Assoziationen &#8222;auf Teufel komm raus&#8220;, sozusagen.<\/p>\n<p>Eine wichtige Botschaft der Karte scheint mir zu sein: Wir <strong>werden unseren Schatten nicht los.<\/strong> Er ist da, ziemlich m\u00e4chtig ist er sogar, er dominiert\u00a0alleine schon aufgrund seiner physischen Gr\u00f6\u00dfe die beiden menschlicheren Figuren im Vordergrund. Und wir sind an ihn angekettet. Oder: Perspektivwechsel &#8211; nehmen wir die Position der gro\u00dfen Figur auf der Karte ein. Wenn wir uns\u00a0besonders stark machen und ganz grimmig versuchen, unsere inneren Schatten im Zaum zu halten: die sind immer noch da, weil sie an uns angekettet sind. Egal wie wir es betrachten: <strong>Wir sollten uns damit abfinden, dass unser Schatten existiert.<\/strong> Und es w\u00e4re auch gar nicht gesund, wenn wir den Schatten allzu weit von uns wegschieben w\u00fcrden. Als Projektion auf andere, &#8222;fremde&#8220;\u00a0etwa.<\/p>\n<p><strong>Die Fackel des gro\u00dfen Teufels<\/strong> k\u00f6nnte \u00fcbrigens etwas <strong>Licht<\/strong> in die Sammlung unserer Peinlichkeiten (=Schatten) bringen. Und gezielt zum Einsatz gebracht, kann unser Schatten uns &#8222;<strong>Feuer unterm Hintern<\/strong>&#8220; machen, so wie der kleinen Figur rechts auf der Karte.<\/p>\n<p>Wie bei der Geschichte um Hiob ist der Teufel\u00a0derjenige in uns, der uns <strong>die wirklich unangenehmen Fragen im Leben<\/strong> stellt. N\u00e4mlich\u00a0die, die\u00a0wir ganz bestimmt nicht h\u00f6ren wollen. Er hinterfragt, ob so manches &#8222;Arrangement&#8220; unserer Bequemlichkeit uns nicht in Wirklichkeit an einen starren Stein angekettet hat. Beruflich? Beziehung? Die Stagnation der pers\u00f6nlichen Entwicklung? Schon alles erreicht? War das alles im Leben?<\/p>\n<p>Das Paar der kleinen &#8222;Unterteufel&#8220; stellt zweifellos eine Dualit\u00e4t (m\u00e4nnlich &#8211; weiblich) dar. <strong>Ein gro\u00dfer Teil des Tarots<\/strong> (und aller mir bekannten spirituellen Traditionen) <strong>besch\u00e4ftigt sich mit der \u00dcberwindung der Dualit\u00e4t AN SICH<\/strong>. Der Schatten und die nach au\u00dfen dargestellte Persona sind eine solche Dualit\u00e4t (ebenso wie &#8222;ich&#8220; gegen &#8222;der Rest des unendlichen Universums&#8220;, usw.) Ist es da nicht bemerkenswert, dass <strong>ein Teil dieser Dualit\u00e4t dem anderen die Hand reicht<\/strong>? &#8222;Lass uns zusammen kommen.&#8220; (Willst Du mit mir gehen? Ja \/ Nein \/ Vielleicht?)<\/p>\n<p><strong>Der Schatten geh\u00f6rt zu uns<\/strong> (und nicht zu irgend jemandem da drau\u00dfen). Und die <strong>Parallelit\u00e4t zum Magier<\/strong> zeigt, dass wir es hier mit einer der <strong>ganz gro\u00dfen Kr\u00e4fte<\/strong> zu tun haben. Wenn dem Magier s\u00e4mtliche vier Elemente zu Diensten sind, dann gilt das f\u00fcr den Schatten mindestens ebenso. &#8222;Wie unten, so oben&#8220;: Das, was wir <strong>verdr\u00e4ngen und nicht als zu uns zugeh\u00f6rig akzeptieren<\/strong> (=&#8220;unten&#8220;) determiniert zu einem guten Teil unsere <strong>nach au\u00dfen getragene &#8222;Persona&#8220;<\/strong> (unsere gesellschaftliche Maske =&#8220;oben&#8220;). Nicht zuletzt hei\u00dft der Magier in fr\u00fcheren Tarots auch &#8222;Le Bateleur&#8220;, der Gaukler (oder gar Schmierenkom\u00f6diant), der nach au\u00dfen eine Show abzieht, so wie wir unsere Persona nach au\u00dfen darstellen. Im Gegensatz zum Magier h\u00e4lt der Teufel sein &#8222;Werkzeug&#8220; &#8211; die Fackel &#8211; mit der linken Hand, die eher mit der emotionalen rechten Gehirnh\u00e4lfte verbunden ist als die rechte, &#8222;rationale&#8220; Hand des Magiers.<\/p>\n<p>Bei der Betrachtung des Magiers sollten wir \u00fcbrigens unbedingt den Teufel als Schatten des Magiers in Betracht ziehen.<\/p>\n<p><strong>Wie bei der Karte &#8222;Gerechtigkeit&#8220;<\/strong> geht es auch beim Teufel\u00a0um eine <strong>Balance<\/strong>. Die zu balancierenden Figuren sehen wir im Vordergrund: Ein Paar, das die Dualit\u00e4t &#8222;per se&#8220; darstellt und dessen Gestik zeigt, dass es dennoch zur Vereinigung strebt und dabei sogar \u00fcber den zentralen Quader aneinander gekettet ist.<\/p>\n<p>Die <strong>klassische Parallele zur Karte &#8222;Die Liebenden&#8220;<\/strong> ist schon oft diskutiert worden. Meist leider im Sinne von Gegens\u00e4tzen der beiden Karten &#8211; wir neigen halt doch zum dualistischen Denken, wo immer uns das m\u00f6glich ist. Was bedeutet nun diese ganz offensichtlich bewusst dargestellte\u00a0Parallele? <strong>Die Karte &#8222;Die Liebenden&#8220; handelt zu einem gro\u00dfen Teil vom freien Willen<\/strong>, auch von Herzensentscheidungen, bei \u00e4lteren Tarots hat der J\u00fcngling noch die Wahl zwischen zwei attraktiven Damen. Das ist bei Smith und Waite sehr clever durch die paradiesische Szene des Verzehrs einer Frucht des Baums der Erkenntnis ersetzt worden, Schlange inklusive. Eigentlich ist das sogar ein noch st\u00e4rkeres Bild einer freien Willensentscheidung als die Wahl zwischen zwei Ladies, mit einem h\u00f6chst interessanten zus\u00e4tzlichen Aspekt:<\/p>\n<figure id=\"attachment_487\" aria-describedby=\"caption-attachment-487\" style=\"width: 177px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/06-The-Lovers-Ausschnitt-B\u00e4ume-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-487 size-medium\" src=\"http:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/06-The-Lovers-Ausschnitt-B\u00e4ume-1-177x300.jpg\" alt=\"\" width=\"177\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/06-The-Lovers-Ausschnitt-B\u00e4ume-1-177x300.jpg 177w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/06-The-Lovers-Ausschnitt-B\u00e4ume-1-768x1304.jpg 768w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/06-The-Lovers-Ausschnitt-B\u00e4ume-1-603x1024.jpg 603w, https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/06-The-Lovers-Ausschnitt-B\u00e4ume-1.jpg 1206w\" sizes=\"auto, (max-width: 177px) 100vw, 177px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-487\" class=\"wp-caption-text\">Die Liebenden: Baum der Erkenntnis und Baum des Lebens. Mit freundlicher Genehmigung des K\u00f6nigsfurt-Urania Verlages, Krummwisch, www.koenigsfurt-urania.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Die Frucht, die gepfl\u00fcckt wurde, war die Erkenntnis von Gut und B\u00f6se<\/strong>. Der Preis daf\u00fcr war bekanntlich enorm: Wir konnten nicht mehr vom &#8222;Baum des Lebens&#8220; kosten, der uns ein <strong>ewiges Leben verschafft h\u00e4tte<\/strong>. So jedenfalls die Geschichte vom S\u00fcndenfall, der bekanntlich zur <strong>Vertreibung aus dem Paradies<\/strong> f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt uns unmittelbar zur Frage:\u00a0<strong>Warum zum Teufel sollte jemand so bescheuert sein, das Paradies und das ewige Leben zu verspielen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der Grund liegt darin, dass es erst die\u00a0Erkenntnis von Gut und B\u00f6se ist, die uns einen sinnvollen Umgang mit dem Schatten erm\u00f6glicht!<\/strong> Ohne einen soliden moralischen Kompass k\u00f6nnen wir nie sicher sein, ob es sich um die anfangs skizzierten harmlosen Dinge handelt oder ob wir mit dem Ausleben unserer Schattenanteile nicht gro\u00dfen Schaden anrichten. F\u00fcr uns \u00fcbrigens nicht weniger als f\u00fcr andere, denn jedes von uns erzeugte Leid wird sich (karmisch und direkt) auch auf uns selbst auswirken.<\/p>\n<p>Vor der Nutzung dieser Kr\u00e4fte steht noch die erhebliche H\u00fcrde, dass uns alles in unserem Schatten unangenehm und peinlich ist. Aber es steckt daf\u00fcr auch eine enorme Menge an Energie und Lebenskraft in diesen Inhalten unserer Psyche. <strong>Wenn es uns nun gelingt, diejenigen Schattenanteile zu leben, die tats\u00e4chlich unseren &#8222;moralischen T\u00dcV&#8220; geschafft haben, dann k\u00f6nnen wir aufgrund der darin liegenden Lebensenergie sehr viel gewinnen.<\/strong> Die anderen (ohne T\u00dcV) sollten wir kennen und als Teil von uns selbst akzeptieren. Wir sind nicht perfekt.<\/p>\n<p>Das klingt viel trivialer, als es in Wirklichkeit ist. Die Schatten sind definitiv nicht immer klar erkennbar und unser moralischer Kompass ist ganz bestimmt nicht davor gefeit, gelegentlich wirr und ziellos zu rotieren. (Vom kollektiven moralischen Kompass mal ganz zu schweigen.)<\/p>\n<p><strong>Letzte Parallele: der Hierophant.<\/strong><\/p>\n<p>Interessanterweise begegnen nicht wenige Tarot-Leger dem Hierophanten mit einer ordentlichen Portion Skepsis. Ist das nicht eine <strong>Karte die f\u00fcr das Establishment, f\u00fcr eine starre und verkrustete Kirche steht?<\/strong> F\u00fcr Traditionalismus und in die Vergangenheit gerichteten Blick? Blinden Glauben? Gehorsam gegen\u00fcber der Institution?<\/p>\n<p>Aber das ist eine <strong>arg triviale Sicht auf diese Karte<\/strong>. In \u00e4lteren Tarots hie\u00df sie &#8222;Der Papst&#8220; (und die Hohepriesterin hie\u00df dann &#8222;Die P\u00e4pstin&#8220;), auch noch beim bereits esoterischen Tarot von Oswald Wirth im Jahr 1889. Der Name der Karte wurde dann aber in &#8222;Der Hierophant&#8220; ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Einfach so, weil&#8217;s schicker klingt?<\/p>\n<p>Der Name Hierophant stammt aus dem Demeter-Kult des antiken Griechenlands. Die Hierophanten waren die Eingeweihten in die damals streng geheimen <strong>Mysterien um die Fruchtbarkeitsg\u00f6ttin Demeter, deren Tochter Persephone vom Unterweltgott Hades geraubt wurde<\/strong>, wieder zur\u00fcck geholt wurde, aber fortan einen bestimmten Teil des Jahres immer wieder zu Hades zur\u00fcck kehren muss: Dann vernachl\u00e4ssigt Demeter ihre Pflichten und es wird Winter. <strong>Kehrt Persephone zu Mutti zur\u00fcck: Fr\u00fchling!<\/strong><\/p>\n<p>Das erg\u00e4nzt die Verbindung des <strong>Teufels<\/strong> zu einer anderen Karte: Mit dem <strong>Magier<\/strong> zusammen bildet er ein Echo auf Cautopates und Cautes aus dem altpersischen Kult um den Sonnengott Mithras, die f\u00fcr den<strong> Fr\u00fchlings- und den Herbstpunkt im Jahreskreis<\/strong> stehen. Nicht umsonst ist der Magier mit Rosen und Lilien umkr\u00e4nzt (sie bl\u00fchen etwa ab Mai) und nicht umsonst endet der Schweif des weiblichen Unterteufels in einer gro\u00dfen Weintraube (die im Herbst reif ist).<\/p>\n<p>Haben Sie sich nie gefragt, warum dieser Schweif AUSGERECHNET in einer WEINTRAUBE endet?<\/p>\n<p>Die <strong>Hierophanten<\/strong> dagegen waren Priester<strong>, die um die Mysterien hinter dem Jahreskreislauf<\/strong> und ihren Wendepunkten wussten und die allj\u00e4hrlich die Gl\u00e4ubigen in die Mysterien von Eleusis eingeweiht hatten. Das geschah \u00fcbrigens \u00fcber einen Zeitraum von fast zweitausend Jahren, bis der Kult schlie\u00dflich vom (christlichen) r\u00f6mischen Kaiser Theodosius I. verboten wurde.<\/p>\n<p><strong>Der Teufel steht hier also auch f\u00fcr eine der Kr\u00e4fte, die den Kreislauf des Werdens und Vergehens antreiben.<\/strong><\/p>\n<p>Das gilt selbstverst\u00e4ndlich nicht nur auf der <strong>banalen Ebene der Jahreszeiten<\/strong> mit ihren \u00e4u\u00dferlichen Naturerscheinungen, auf der fast ebenso banalen Ebene der \u00dcbertragung dieses Jahreskreislaufs auf das <strong>Werden und Vergehen im menschlichen Leben<\/strong>, sondern auch und ganz besonders auf <strong>psychischer Ebene<\/strong>.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte das gerne konkret beschreiben: In der Lebensmitte <strong>tauchen einige existenzielle Fragen auf<\/strong>, an denen wir resignieren und zerbrechen k\u00f6nnen, aber an denen wir auch wachsen und uns erf\u00fcllen k\u00f6nnen: Was steckt in uns, das noch werden m\u00f6chte? Was kann daf\u00fcr in den Hintergrund treten? Was sind vergeudete Chancen, denen wir noch immer nachtrauern, die wir aber loslassen sollten (\u00fcbrigens ein Thema der Karte Der Tod, auf dessen Banner wir auch folgerichtig ein dem umgekehrten Pentagramm erstaunlich \u00e4hnliches Symbol erkennen).<\/p>\n<p>Wir haben in dieser Lebensmitte bisher viel Disziplin aufgewendet, um unser Leben zu gestalten, eine Familie zu gr\u00fcnden, einen Beruf auszuf\u00fcllen, unseren Platz in der Gesellschaft zu finden. Jede Disziplin erfordert Verzicht und Opfer, f\u00fchrt zu <strong>ungelebtem Leben, vieles davon landet in unserem Schatten<\/strong>. Und gerade zur Bew\u00e4ltigung der zweiten Lebensh\u00e4lfte scheint mir eine n\u00e4here Betrachtung dieser Schatten eine wertvolle Hilfe zu sein. Die Erkundung dessen, was bislang noch zu wenig Platz hatte, kann ein Motor der Erf\u00fcllung und Reifung sein.<\/p>\n<p><strong>Zu guter Letzt noch eine Anekdote aus der unbestechlichen Wissenschaft der Mathematik.<\/strong><\/p>\n<p>Wir l\u00e4cheln heutzutage m\u00fcde \u00fcber den Teufel und die Mythen rund um ihn. Die Zahl des Tieres &#8222;666&#8220; hat wahrscheinlich jeder schon einmal auf einem Autokennzeichen gesehen. Banalisiert und s\u00e4kularisiert, der Teufel als milde anz\u00fcglicher Scherz also? Und doch gibt es so etwas mysteri\u00f6ses wie &#8222;Belphegors Primzahl&#8220;: Man nehme eine &#8222;666&#8220;, schreibe links und rechts je 13 (dreizehn!) Nullen und begrenze alles durch Einsen:<\/p>\n<p>1000000000000066600000000000001<\/p>\n<p>Das ist eine Primzahl. Und man kann sie r\u00fcckw\u00e4rts wie vorw\u00e4rts lesen. Wo finden wir im Tarot Entsprechungen? Die begrenzenden Einser erinnern uns an den Magier. Dann vorw\u00e4rts wie r\u00fcckw\u00e4rts Nullen (der Narr), und zwar 13 mal (der Tod). In der Mitte drei mal (die Herrscherin hatten wir noch gar nicht bedacht) die 6 &#8211; die Liebenden als zahlenmystischer Verweis auf\u00a0 den Teufel (15 als 1+5 gelesen). Und in der Quersumme landen wir beim Gericht. Es gibt schon merkw\u00fcrdige Erscheinungen in der Unendlichkeit der Zahlentheorie.<\/p>\n<p>Die 666 erh\u00e4lt man auch, wenn man die ersten 7 (sieben!) Primzahlen jeweils mit sich selbst multipliziert und addiert:<\/p>\n<p>2\u00b2+3\u00b2+5\u00b2+7\u00b2+11\u00b2+13\u00b2+17\u00b2 = 4+9+25+49+121+169+289 = 666<\/p>\n<p>Nimmt man den Narren (die &#8222;0&#8220;) au\u00dfen vor, sind die gro\u00dfen Arkanen in drei Gruppen zu je 7 Karten untzerteilbar. Ja, ist selbstverst\u00e4ndlich alles recht weit hergeholt, aber im Grunde schon etwas &#8230; merkw\u00fcrdig. \ud83d\ude09<\/p>\n<p><em>Alle Texte sind urheberrechtlich gesch\u00fctzt. Verbreitung (auch auszugsweise) nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.<\/em><\/p>\n<pre><em>Alle Abbildungen: Mit freundlicher Genehmigung des K\u00f6nigsfurt-Urania Verlages, Krummwisch, <\/em><em>\u00a9 K\u00f6nigsfurt-Urania Verlag, Krummwisch \/ Deutschland. <a href=\"http:\/\/www.koenigsfurt-urania.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.koenigsfurt-urania.com<\/a><\/em><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Teufel ist &#8211; neben den 8 Schwertern, dem Geh\u00e4ngten und ein paar weiteren Karten &#8211; ein Paradebeispiel einer missverstandene Karte. In einer der grundlegenden Betrachtungen &#8211; Umgang mit multiplen Pers\u00f6nlichkeiten &#8211; haben wir uns den Teufel bereits etwas n\u00e4her angesehen. Ich kenne \u00fcbrigens kaum ein Tarot-Buch, das die Karte &#8222;Der Teufel&#8220; wirklich positiv w\u00fcrdigt. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/?p=254\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Karte im Detail: Der Teufel<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":470,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,5],"tags":[],"class_list":["post-254","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-karten-grosse-arkanen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/254","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=254"}],"version-history":[{"count":41,"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/254\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":593,"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/254\/revisions\/593"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/470"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=254"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=254"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tarotpsychologie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}